Erlangen

Apothekenprojekt: Uni recycelt Altarzneimittel APOTHEKE ADHOC, 18.01.2020 15:14 Uhr

Berlin - Nicht gebrauchte Arzneimittel landen in den meisten Fällen im Grundwasser oder im Ofen: Denn entweder entsorgen Verbraucher sie regelkonform und sie werden meist verbrannt – oder sie halten sich nicht an die Regeln. Dann landen sie oft in der Toilette oder im Abguss. An der Universität Erlangen arbeitet man daran, das zu ändern: Eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. Markus Heinrich und die Pharmazeutin Anna Roggenhofer entwickelt ein System zur Wiederverwertung der Wirkstoffe aus abgelaufenen Arzneimitteln und mehrere Apotheken in der Region Erlangen nehmen teil.

Wer in der Kolibri-Apotheke von Inhaberin Andrina Friedemann seine Arzneimittel kauft, der wird öfter einmal auf ein besonderes Angebot ihres Betriebs hingewiesen: Bei ihr können Verbraucher abgelaufene Arzneimittel abgeben, die dann einem Forschungsprojekt der Universität Erlangen zugeführt werden. Und das Angebot wird rege genutzt: „Ungefähr zweimal pro Woche kommen Kunden und geben hier abgelaufene Medikamente ab“, erklärt Friedemann.

Werden in Erlangen Arzneimittel im Hausmüll entsorgt, werden die in den allermeisten Fällen verbrannt – die Wirkstoffe gehen damit verloren. Die Pharmazeuten der Universität haben deshalb einen speziellen Sammelcontainer für Medikamente aufgestellt und sortieren die abgegebenen Präparate später nach Wirkstoffen, die dann aus den Tabletten und Säften gelöst werden sollen. „Im Rahmen von unserem Forschungsprojekt gelangen wir an etwa 500 verschiedene Arzneistoffe. Von diesen 500 können wir etwa 100 verwerten und entwickeln im Labor dazu Extraktionsmethoden, um die Wirkstoffe dann rein zu isolieren“, erklärt Roggenhofer gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR).

Eine der Quellen dieser Arzneimittel ist Friedemanns Apotheke. „Meist handelt es sich dabei um Schnelldreher wie Schmerzmittel, aber auch oft abgelaufene verschreibungspflichtige Arzneimittel wie Antibiotika“, sagt sie. Zustande kam die Zusammenarbeit auf Initiative der Universität: „Frau Roggenhofer von der Uni Erlangen kam auf uns zu, sie war persönlich in der Apotheke, hat uns das Projekt erklärt und gefragt, ob wir teilnehmen wollen. Wir haben das dann im Team besprochen und fanden alle, dass das eine tolle Sache ist“, erzählt sie.

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