„Apotheken dürfen nicht zum Plattform-Spielball werden“

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Berlin - Immer mehr branchenfremde Unternehmen sprechen Apotheken für die Teilnahme an Lieferplattformen an. Apotheker Erik Tenberken aus Köln steht den Anfragen offen gegenüber: „Wir stecken überall unsere Nase rein“, sagt der Inhaber der Birken-Apotheke. Aktuell testet er über seine Versandapotheke Fliegende Pillen das Konzept „jpharm“ des Berliner Unternehmens Joom Pharm Solutions. Dahinter steht der internationale Marktplatzanbieter Joom.

Die Bestellplattform verspricht Endverbraucher:innen vor allem einen günstigen Preis: „Produkte deutscher Apotheken mit Ersparnissen bis zu 80%“, heißt es auf der Internetseite. „Wir wurden vor ein paar Wochen kontaktiert, ob wir nicht mitmachen wollen“, sagt Tenberken. „Wir wollen sehen, was genau dahinter steht, von außen bekommt man das nicht mit.“ Aktuell ist neben Fliegende Pillen nur die Versandapotheke Besamex von Dirk Düvel aus dem niedersächsischen Marschacht gelistet.

Die Lieferung solle innerhalb von zwei Stunden erfolgen, heißt es weiter bei jpharm. Andernorts steht auf der Website, dass zwischen der Auswahl und dem Versand drei Tage vergehen könnten. Nur deutsche Apotheken seien gelistet.

Aktuell wirbt die Plattform bei potenziellen Teilnehmer:innen mit einem Sonderangebot bis Ende Oktober: 50 Bestellungen pro Monat seien kostenlos. Danach würden 10 Prozent Kommission je OTC-Bestellung einbehalten. Die Apotheke teile ihren Gewinn dafür, dass sie über das Portal Käufer:innen finde, heißt es weiter.

Geschäftsführer von Joom Pharm Solutions ist Dmitrii Kobzar. Die Firma gehört über eine Holding mit Sitz auf den britischen Jungferninseln zur Joom-Gruppe, die über die gleichnamige Plattform seit 2016 Ware anbietet. Joom sei die am schnellsten wachsende „Shopping-App“ in Europa, wirbt das Unternehmen für sich im Internet – mit mehr als 250 Millionen Nutzern.

Als Kontaktort wird Riga angegeben. Geliefert wird über Joom Logistics: „Wir haben unsere eigenen Sortier- und Fulfillment-Zentren in China, Korea und Europa“, heißt es. Das Unternehmen hat große Pläne: Der Versand nach Russland sei demnächst verfügbar.

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