OTC-Werbung

Wick verwechselt Versandapotheke

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Berlin -

Böse Hersteller verlinken zu Versandapotheken, ganz böse Hersteller werben sogar im Internet für sie. Blöd nur, wenn dabei der falsche Webshop angesteuert wird. So geschehen bei Wick Medinait.

Bei Sport1 hatte sich zuletzt Procter & Gamble (P&G) eingebucht. Direkt auf der Startseite des Sportportals wurde Wick Medinait beworben, auf der Bannerfläche wurde nicht nur das Produkt mit dem Claim „Lindert 6 Erkältungssymptome in der Nacht“ abgebildet, sondern auch das Logo von Medikamente-per-Klick. Dazu der Hinweis: Keine Versandkosten.

Wer aber auf den Banner klickte, gelangte nicht zur bayerischen Versandapotheke, sondern zum Angebot des Konkurrenten Shop-Apotheke. Kleiner Trost für den interessierten Endkunden: Auch der Branchenprimus aus den Niederlanden war Partner der aktuellen Wick-Kampagne, bot also ebenfalls 43 Prozent Ersparnis. Dritter Versender der Kampagne war DocMorris.

Interessenten, die dem Banner treuherzig folgten, hatten trotzdem Pech: Medikamente-per-Klick ist zwar mit 10,89 Euro unter den drei Anbietern der teuerste. Shop-Apotheke ruft 10,74 Euro auf, DocMorris sogar nur 10,39 Euro. Da aber nur die deutsche Apotheke die Versandkosten erlässt, zahlen die erkälteten Sportfans bei der unverhofften Konkurrenz knapp 4 Euro mehr.

Dem kleinen Fauxpas zum Trotz dürfte die von P&G beauftragte Agentur mit der Bannerwerbung auf Sport1 richtig gelegen haben. Denn Wick wird laut APOSCOPE-Studie „Erkältungsmarkt 2017/2018: Was das Apothekenteam empfiehlt“ als eher maskuline Marke wahrgenommen: Auf die ungestützte Frage, welche Erkältungsmarken vor allem Männer ansprechen, nannten knapp 55 Prozent der Teilnehmer Wick, knapp die Hälfte davon konkret Wick Medinait. Zum Vergleich: Nur 3,6 Prozent nannten Wick als Marke, die vor allem Frauen anspricht.

Befragt wurden 507 verifizierte Teilnehmer aus der Offizin, davon 275 Apothekerinnen und Apotheker und 232 PTA. Insgesamt wurden 162 Produkte von 65 Herstellern auf den Prüfstand gestellt; hier standen Empfehlungsverhalten, Einschätzung der Wirksamkeit, Markenbildung und Konditionen im Vordergrund. Untersucht wurde außerdem, welche konkreten Produkte von den Kunden nachgefragt werden, welche Marken platziert werden und welche Kampagnen den Teams positiv oder negativ aufgefallen sind.

Zu den wichtigsten allgemeinen Themen der Befragung zählen Abverkauf/Warenkorb, Bevorratung, Preisbildung und Lieferfähigkeit. Gefragt wurde außerdem nach der Einschätzung zu Generika, Kombinationspräparaten sowie pflanzlichen und homöopathischen Präparaten. Weitere Themen sind das Grüne Rezept und die Konkurrenz durch Versandhandel und Mass Market.

Die vollständige Studie mit mehr als 1000 Seiten, Analysen und Grafiken, Tabellenband und Management Summary kann hier kostenpflichtig bestellt werden. APOSCOPE betreibt Online-Marktforschung im Apotheken- und Pharmamarkt und verfügt über ein verifiziertes Expertenpanel aus Apothekern und PTA.

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