Sprechstundenbedarf

Ultravist: Bayer will selbst liefern Nadine Tröbitscher, 09.02.2018 09:56 Uhr

Berlin - Apotheken ausgeschlossen: Bayer will das Kontrastmittel Ultravist (Iopromid) selbst an die Praxen liefern. Diese Erfahrung machte ein Apotheker in Sachsen. Ein Aufreger.

Das Kontrastmittel Ultravist kann nicht über den Großhandel bestellt werden. Geliefert wird nur direkt vom Hersteller. Als ein Apotheker aus Sachsen zum ersten Mal das Präparat für den Sprechstundenbedarf der benachbarten Radiologin bestellen wollte, die auf das Bayer-Produkt umgestellt hatte, musste er eine Erfahrung der besonderen Art machen.

Vorab erkundigte sich der Apotheker bei Bayer über die Liefermodalitäten. Ein Mitarbeiter der Auftragsannahme gab grünes Licht für eine Bestellung. Im zweiten Telefonat wurde der Auftrag dann mündlich aufgenommen. Ultravist 300 zu 200 ml sei lieferbar, defekt war laut Mitarbeiter jedoch die 500 ml – eine Lieferung sei erst Ende März möglich. So bestellte der Apotheker schlussendlich zehn Packungen à 200 ml. Als einige Tage später noch keine Ware eingetroffen war, fragte der Apotheker nach.

Die Antwort überraschte: Das Kontrastmittel sei zur Zeit nicht lieferbar. Gegenüber APOTHEKE ADHOC bestätigte eine Sprecherin den Defekt. „Aufgrund eines technischen Problems wurde die Freigabe einiger Batches flüssiger pharmazeutischer Produkte, die an unserem Produktionsstandort in Berlin hergestellt werden, vorübergehend gestoppt.“ Voraussichtlich könne „die Versorgung mit diesen Produkten bis Ende Q1 2018 wieder fortgesetzt werden“. Betroffen seien Ultravist 240, 300 und 370. Dem Apotheker wurde jedoch eine Nachlieferung angeboten. Auf die Frage, warum er nicht über den Defekt benachrichtigt wurde, konnte nur geantwortet werden, man wisse es nicht.

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