Online-Präsenz

Ratiopharm schlägt Otriven und Nasic

, Uhr
Berlin -

In der Erkältungszeit sind Nasensprays besonders gefragt. Patienten informieren sich in der Apotheke, aber auch im Internet über die Schnupfenmittel. Laut einer Erhebung der Marketingagentur Dr. Kaske weist aktuell das Nasenspray-Ratiopharm online die meisten Werbeeinblendungen auf. In den sozialen Netzwerken liegen dagegen zwei andere Hersteller vorn.

Kaske hat für die Studie „Pharma Online Trends 2016“ zehn Nasensprays genauer betrachtet. Demnach liegt Ratiopharm mit seinem Nasenspray mit dem Wirkstoff Xylometazolinhydrochlorid aktuell mit der größten Online-Aktivität vorn. Die Teva-Tochter erhält auch bei den Bewertungen auf Portalen wie Amazon, Sanego oder über Versandapotheken gute Noten.

Noch bessere Noten erhielten Nasic von Klosterfrau, das Nasenspray von Aliud sowie Endrine von Chiesi. Olynth von Johnson & Johnson (J&J) liegt gleichauf mit Ratiopharm. Insgesamt erhalten die Produkte in dieser Kategorie gute Noten. Rhinospray von Boehringer Ingelheim liegt – mit immer noch gutem Wert – auf Platz 10.

Außerdem ermittelt die Agentur, wie häufig ein Arzneimittel von Internetnutzern zu verschiedenen Suchanfragen gefunden wird. Auch hier liegt Ratiopharm vorn. Dahinter folgt Otriven von Novartis. Das Produkt rangiert auch in der Gesamtwertung auf Platz 2.

Der dritte Platz in der Gesamtwertung geht laut der Studie an Nasic. Das Präparat mit den Wirkstoffen Xylometazolin und Dexpanthenol ist im Vergleich zur Konkurrenz mit Werbeanzeigen im Internet stark. Gleichauf mit dem Produkt von Klosterfrau liegt in der Gesamtwertung Olynth. Das J&J-Produkt kommt im Bereich der gefundenen Treffer auf Rang 3.

Insgesamt rangiert das Nasenspray von Aliud auf Platz 4. Das Präparat der Stada-Tochter ist in sozialen Netzwerken am stärksten vertreten. Auch Rhinospray kommt bei Hersteller- und Nutzeraktivität in Facebook & Co. auf einen hohen Wert. Die geringste Präsenz in den sozialen Netzwerken hat der Studie zufolge Endrine. Auch Snup von Stada und Emser Nasenspray von Siemens & Co werden eher selten genannt.

Zuletzt hatte Kaske Abnehmprodukte unter die Lupe genommen. Almased lag demnach mit der größten Online-Aktivität vorn. Die besten Bewertungen auf Plattformen wie Medizinfuchs hat Alli (Orlistat) – obwohl der Vertrieb des Schlankheitsmittels von GlaxoSmithKline (GSK) vor knapp einem Jahr eingestellt wurde.

In Apotheken werden laut Nielsen-Zahlen pro Jahr rund 131 Millionen Euro auf Basis der Herstellerabgabepreise (ApU) erwirtschaftet. Nach Packungen werden rund 75 Millionen Stück abgegeben. Rund ein Drittel aller verkauften Packungen entfallen auf das Nasenspray-Ratiopharm. Beim Umsatz verschiebt sich die Verteilung zu Gunsten der Originalhersteller.

2013 hatte die Teva-Tochter in Blaubeuren-Weiler eine Produktionsanlage zur Sterilfertigung in von Nasenspray Betrieb genommen. Das Gebäude ist auf eine Kapazität von 120 Millionen Stück pro Jahr ausgelegt. Einen Großteil des hier produzierten Nasensprays verkauft Teva ins Ausland, vor allem nach Russland.

Bei der Eröffnung nach eineinhalb Jahren Bauzeit war auch der damalige Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) anwesend. Insgesamt wurden rund 30 Millionen Euro in den Bau investiert. Ende vergangenes Jahr hat der Generikakonzern an dem Produktionsstandort den Rotstift angesetzt. Rund 100 Vollzeitstellen sollten gestrichen werden, hieß es.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr aus Ressort
Alliance Healthcare Deutschland
Gerlach besucht Großhändler

APOTHEKE ADHOC Debatte