Eine von Pharma Deutschland in Auftrag gegebene Civey-Umfrage zeigt, dass Patient:innen mit kleinen Beschwerden am liebsten direkt in die Apotheke gehen. „Die Ergebnisse sind ein politischer Auftrag“, so Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. Denn es brauche dafür sowohl für die Apotheken als auch für die Industrie verlässliche Rahmenbedingungen.
Leichtere Beschwerden wollen die Menschen demnach gern eigenverantwortlich behandeln. Dabei möchten sie aber nicht allein gelassen werden und vertrauen gern auf die Beratung in ihrer Apotheke vor Ort.
Beim Kauf rezeptfreier Arzneimittel ist die eigene Erfahrung (rund 49 Prozent), direkt gefolgt von der Beratung in der Apotheke (rund 39 Prozent) und der ärztlichen Empfehlung (etwa 35 Prozent) ausschlaggebend. Der Preis folgt erst mit 28 Prozent. Werbung (2 Prozent), Online-Bewertungen (6 Prozent) und Empfehlungen von Influencern (nicht mal 1 Prozent) sind demgegenüber fast bedeutungslos.
„Wer Selbstmedikation stärkt und die Kompetenz der Apotheken besser nutzbar macht, macht die Versorgung sicherer, wohnortnäher und entlastet Arztpraxen dort, wo eine ärztliche Behandlung weniger erforderlich ist. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen – von der Verfügbarkeit rezeptfreier Arzneimittel bis zu tragfähigen Strukturen für Beratung und neue Apothekenleistungen“, so Brakmann.
Knapp 50 Prozent der Befragten kaufen laut Umfrage ihre OTC-Mittel am liebsten vor Ort. 26 Prozent nutzen hingegen vorzugsweise eine Versandapotheke; knapp 11 Prozent suchen im Drogeriemarkt. Beratung wird mit knapp 50 Prozent persönlich gewünscht – digitale Wege wie ein Chat werden kaum genutzt.
Im Rahmen der Beratung geht es den Befragten vor allem um Sicherheit: Etwa 37 Prozent wünschen sich mehr Informationen zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, 32 Prozent zu Nebenwirkungen und Risiken, etwa 19 Prozent dazu, wann ein Arztbesuch notwendig ist. „Auch emotional ist die Apotheke fest verankert: Vertrauen ist mit 31,5 Prozent das häufigste Gefühl beim Betreten einer Apotheke, bei Menschen ab 65 Jahren sogar mit 38,3 Prozent“, so die Analyse.
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