Scabioral: Engpass beendet

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Berlin - Früher als angekündigt ist Scabioral (Ivermectin, Infectopharm) zurück. Apotheken können Betroffene jetzt wieder auf direktem Weg statt über den Einzelimport versorgen.

Scabioral ist derzeit die einzige in Deutschland zugelassene orale Therapie gegen Scabies. Dermatologen warnen bereits seit geraumer Zeit vor einem Vormarsch der Krätze. Im September meldete Infectopharm einen produktionsbedingten Lieferengpass für das rezeptpflichtige Arzneimittel. Das Unternehmen wollte den Engpass zum Dezember beendet haben. Nun meldet Infectopharm, „dass ab sofort das verschreibungspflichtige Arzneimittel Scabioral“ zu vier Tabletten „wieder lieferbar ist“.

Ivermectin bindet mit hoher Affinität an Glutamat-gesteuerte Chloridkanäle der Nerven- und Muskelzellen von Krätzmilben und erhöht somit die Durchlässigkeit der Membran für Chloridionen. Es kommt zu einer Hyperpolarisation der Zellen und schließlich zu Lähmung und Absterben der Parasiten. Säugetiere besitzen hingegen keine Glutamat-gesteuerten Chloridkanäle.

Die orale Therapie ist jedoch nur Mittel der zweiten Wahl und soll bei Nichtansprechen auf Permethrin eingesetzt werden. Betroffene nehmen 200 µg/kg KG ein. Die Einnahme sollte mindestens zwei Stunden vor oder nach einer Mahlzeit erfolgen. Bei einem Gewicht zwischen 51 und 65 Kilogramm sind das entsprechend vier Tabletten zu 3 mg. Mittel der ersten Wahl ist die orale Therapie nur bei immunsupprimierten Patienten, stark ekzematöser oder erosiver Haut oder wenn aus diversen Gründen wie körperlicher Behinderung eine topische Therapie nicht möglich ist.

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