Daiichi flüchtet zu Sun

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Berlin - 3,2 Milliarden Dollar zahlt Sun für Ranbaxy – nicht in bar, sondern in eigenen Aktien. Vor allem für Daiichi Sankyo ist der Zusammenschluss die Flucht nach vorn: Der Pharmakonzern war 2008 bei Ranbaxy eingestiegen und hatte 4,7 Milliarden Dollar für 63 Prozent der Aktien bezahlt. Nur ein halbes Jahr später mussten wegen Produktionsmängeln 3,7 Milliarden Dollar abgeschrieben werden. Als Musterbeispiel in Sachen Geldvernichtung bezeichnete die Financial Times (FT) unlängst das Engagement der Japaner in Indien.

Um bei Ranbaxy nicht noch mehr zu riskieren, rettet sich Daiichi jetzt unter den Schirm von Sun. Am neuen Konzern wird der japanische Hersteller mit einem Anteil von 9 Prozent nach der Familie um Firmengründer Dilip Shanghvi der zweitgrößte Anteilseigner sein.

Ob sich die Schwierigkeiten durch den Zusammenschluss lösen lassen, bleibt abzuwarten. Denn beide Unternehmen haben mit Qualitätsproblemen zu kämpfen: Ranbaxy hat seit 2008 immer wieder von der US-Arzneimittelbehörde FDA Einfuhrverbote und Auflagen erhalten. 2012 etwa wurden Glassplitter in mehreren Chargen des Cholesterinsenkers Atorvastatin gefunden.

Mittlerweile sind insgesamt vier Ranbaxy-Fabriken in Indien betroffen. Im Januar sperrte die FDA zuletzt ein Werk in Toansa für den US-Markt. Kontrolleure berichteten von zahllosen Fliegen sowie defekten und nicht schließbaren Fenstern und Schränken für Laborgeräte. Zudem seien Analyseinstrumente nicht geeicht oder gewartet gewesen; Kontrollprozesse würden nicht eingehalten, Berichte nicht von den Verantwortlichen unterschrieben, so die FDA. Untersuchungen seien nach mehrmaligem Scheitern so oft durchgeführt worden, bis die gewünschten Ergebnisse eintraten; die Fehlschläge wurden weder gemeldet noch untersucht.

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