Pfizer zieht nach Berlin | APOTHEKE ADHOC
Umzug

Pfizer zieht nach Berlin

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Der Pharmahersteller Pfizer verlagert seine Deutschland-Zentrale von Karlsruhe nach Berlin. Knapp 500 der derzeit 645 Arbeitsplätze seien von den Umzugsplänen betroffen, teilte die deutsche Tochter des weltweit größten Pharmakonzerns am Freitag mit. Neben dem Geschäftsbereich Humanarzneimittel soll auch das Tiergesundheitsgeschäft im Lauf des kommenden Jahres von Karlsruhe in die Bundeshauptstadt umziehen.

Grund für die Entscheidung sei die Entwicklung Berlins zu einem wichtigen Zentrum im Gesundheitsmarkt. Für die Hauptstadt ist die Ansiedlung ein wichtiger Zugewinn, nachdem Berlin nach der Übernahme der Schering AG durch Bayer im vergangenen Jahr seinen einzigen Konzern im Deutschen Aktien-Index (DAX) verloren hatte.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begrüßte den Umzug. "Die jahrelang betriebene Politik des Ausbaus unserer Stadt als Gesundheitsstandort trägt jetzt nachhaltige Früchte." Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) sagte, es handele sich um eine wichtige Weichenstellung für die Entwicklung der Branche in der Stadt.

Mit der Zentrale der fusionierten Bayer Schering Pharma AG, Berlin Chemie und der deutschen Marketingzentrale von Sanofi Aventis seien schon namhafte Unternehmen in Berlin ansässig. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sprach von einem "neuen Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft". Als Berliner Standort für Pfizer ist dem Vernehmen nach ein Areal am Potsdamer Platz vorgesehen.

Der Deutschland-Chef von Pfizer, Andreas Penk, sagte: "Wichtige Partner und Verantwortliche aus Wissenschaft, Verbänden und Unternehmen der Gesundheitsbranche haben ihren Sitz in der Stadt oder kommen dorthin. Dieser Tatsache müssen wir Rechnung tragen." Nach Angaben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berlin Partner soll der Umzug Anfang 2008 beginnen. An die Spree kommen Geschäftsleitung, Verwaltung, Marketing und Vertrieb. Erste Kontakte zu Pfizer seien bereits vor etwa einem Jahr aufgenommen worden.

Dem Unternehmen zufolge sollen möglichst viele Mitarbeiter mit nach Berlin gehen. Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU) zeigte sich besorgt über den Wegzug: "Karlsruhe verliert mit der Pfizer Deutschland GmbH den größten Gewerbesteuerzahler der Stadt und 500 der rund 650 Arbeitsplätze". Noch vor wenigen Wochen habe Pfizer Standorttreue zugesichert. Das ebenfalls in Karlsruhe ansässige europäische Marketing-Team von Pfizer mit rund 40 Mitarbeitern soll
in die britische Organisation in London integriert werden.

Die Unternehmen der Pfizer-Gruppe in Deutschland befinden sich an den Standorten Karlsruhe, Feucht, Illertissen, Freiburg und Frankfurt-Höchst. Sie beschäftigen rund 5200 Mitarbeiter. Außer
Karlsruhe sollen die anderen vier Standorte nicht von den Verlagerungsmaßnahmen betroffen sein.

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