Ausbau der Gesundheitsangebote

dm will Herz-Kreislauf-Checks anbieten

, Uhr
Berlin -

Trotz anstehender Gerichtsprozesse will die Drogeriemarktkette dm ihr Angebot ausbauen – und auf den Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausweiten. „Das ist die häufigste Todesursache in Deutschland“, sagte Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing und Beschaffung. Mittlerweile sei die technologische Entwicklung so weit, dass man mit Sensorik viele Vitaldaten und Parameter ohne größeren Aufwand zuverlässig erfassen könne. Dafür reiche es beispielsweise, sich angezogen in eine Kabine zu stellen.

Einen genauen Termin für die Einführung eines solchen Angebots nannte Bayer nicht. „Ich gehe aber davon aus, dass wir noch in diesem Kalenderjahr an den Start gehen.“ Unklar blieb zunächst auch, mit welchen Partner der Konzern hierbei zusammenarbeiten möchte.

Mehr Filialen mit Augenscreening

Vor rund einem Jahr hatte dm angefangen, in ausgewählten Pilotfilialen Haut- und Blutanalysen oder Augenscreenings anzubieten.

Bei den Augenscreenings geht Bayer zufolge schon bald eine zweite Testphase los: Sowohl in ländlichen Regionen in Schleswig-Holstein, in denen es vergleichsweise wenige Augenärzte gebe, als auch in Großstädten wolle man schauen, wie das Angebot dort jeweils angenommen wird. Die Zahl der Filialen, die ein solches Augenscreening anbieten, solle von derzeit 8 auf 30 steigen. Die Umbauarbeiten seien für Ende August und September geplant. In Kooperation mit Skleo Health gab es zuerst in einer Düsseldorfer Filiale ein Augenscreening.

Die Analyse von Blutwerten sei im Moment ausgesetzt, habe sich aber als ein relevantes Angebot für Kundinnen und Kunden erwiesen, sagte Bayer. „Das will dm stärker selbst in die Hand nehmen.“ Hier hatte die Partnerfirma Aware Health zuletzt Insolvenz angemeldet.

Mit Blick auf die Hautuntersuchungen gehe es aktuell vor allem darum, die Vermittlung an einen Online-Hautarzt zu verbessern. In Zusammenarbeit mit Dermanostic wurden zuletzt in fünf Filialen Hautanalysen an Terminals angeboten. Brisant: An Dermanostic ist auch ein Fonds beteiligt, zu dessen Geldgebern unter anderem Noventi gehört.

Gerichtsprozess im September

Verbände von Haut- und Augenärzten hatten die Angebote kritisiert. Die Wettbewerbszentrale ist sogar wegen des Augenscreenings vor Gericht gezogen. Der Verein, der unter anderem Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vertritt, verlangt unter anderem, dass dm in den Filialen kein Augenscreening zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Menschen durchführen lässt, die keine Ärzte sind, und solche Angebote nicht bewirbt. Am 9. September will hierzu das Landesgericht Karlsruhe verhandeln. Am Düsseldorfer Landgericht ist im November ein weiterer Prozess angesetzt. Dort geht es um den Kooperationspartner von dm.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Drogeriekette wirbt für Versender
Rossmann sucht „PTAler“
Nahrungsergänzungsmittel
Milliardendeal: P&G kauft Thorne
Mehr aus Ressort
53 Millionen Franken Verlust
DocMorris verdoppelt Rx-Prognose

APOTHEKE ADHOC Debatte