Keine 3000 Artikel im Sortiment

dm-med bleibt Schmalspur-Versender

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Berlin -

Als dm kurz vor Weihnachten mit der hauseigenen Versandapotheke startete, war die Aufregung in der Branche groß. Wie schnell würde die Drogeriekette mit ihren Millionen Kundenkontakten im Apothekenmarkt Fuß fassen? Wie groß würde der Preisdruck sein? Laut Analyse der Marktforschungsfirma DatamedIQ ist der Umbruch bislang ausgeblieben: Die aktuellen Daten deuteten eher auf einen kontrollierten und fokussierten Markteintritt als auf eine unmittelbare Marktverschiebung hin.

Beim Sortiment bleibt dm-med im Vergleich zu klassischen Versandapotheken weiterhin deutlich schmalspuriger aufgestellt. In Kalenderwoche 18 führte der Ableger der Drogeriekette laut Analyse 2763 Artikel. Der Durchschnitt etablierter Online-Apotheken lag im selben Zeitraum dagegen bei mehr als 45.000 Artikeln.

Grafik zeigt Sortimentsbreite von dm-med im Zeitverlauf
Das Sortiment ist seit dem Launch kaum gewachsen.Grafik: DatamedIQ

Dabei setzt der Konzern bislang sichtbar auf Selektivität statt Sortimentsbreite. Fast 70 Prozent des Angebots entfallen laut DatamedIQ auf nur drei Bereiche: Dermatologika, Alimentäres System und Stoffwechsel sowie Respirationssystem. Andere Sortimentsbereiche wie Hilfsmittel, Tierarzneimittel oder Homöopathika spielen bislang eine deutlich kleinere Rolle.

Die Daten deuten damit laut Analyse auf ein bewusst fokussiertes OTC-Sortiment hin, das sich klar von der Breite klassischer Versandapotheken unterscheidet.

Grafik zeigt Sortimentsbreite von dm-med in Kategorien
Drei Kategorien machen einen Großteil des Sortiments aus.Grafik: DatamedIQ

Verfügbarkeit im Mittelfeld

Interessant ist laut DatamedIQ auch der Blick auf die Warenverfügbarkeit. Gerade hier hatten viele Marktteilnehmer erwartet, dass dm seine Handels- und Logistikkompetenz schnell in einen Wettbewerbsvorteil übersetzen könnte. Tatsächlich liegt dm-med bei den Top-1000 umsatzstärksten PZN mit durchschnittlich 96,5 Prozent Verfügbarkeit aktuell eher im Mittelfeld des Wettbewerbs.

Offensive Preisstrategie

Preislich mischt dm-med dagegen laut Analyse direkt vorne mit. Mit einem durchschnittlichen Rabatt von 27,1 Prozent liegt der Newcomer auf Rang 3. Lediglich Medikamente-per-Klick und Apotal bieten im Durchschnitt höhere Preisnachlässe – allerdings auf Basis eines nahezu vollständigen Sortiments der 1000 umsatzstärksten CHC-Produkte. dm-med führt derzeit nur 711 dieser Artikel.

Grafik zeigt Rabattniveau von dm-med
Preislich mischt dm-med dagegen vorne mit.Grafik: DatamedIQ

Besonders stark rabattiert werden einzelne Schmerz- und Erkältungskategorien. So erreicht die ATC3-Klasse „Andere Analgetika“ laut DatamedIQ ein durchschnittliches Rabattniveau von 42,3 Prozent, gefolgt von „Rhinologika topisch“ mit 38,2 Prozent.

Insgesamt zeigt sich laut DatamedIQ damit bislang weniger ein disruptiver Markteinstieg als vielmehr ein schrittweiser Aufbau mit klarer OTC-Fokussierung. Die hohe Aufmerksamkeit rund um den Start spiegele sich derzeit noch nicht in einer grundlegenden Verschiebung der Marktstrukturen wider. Gleichzeitig dürfte der weitere Ausbau des Sortiments und der Services in der Branche aufmerksam beobachtet werden, so die Experten.

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