Diese Hersteller verkaufen direkt an Endkunden | APOTHEKE ADHOC
Eigene Webshops

Diese Hersteller verkaufen direkt an Endkunden

, Uhr
Berlin -

Apothekenexklusive Produkte werden mitunter nicht ausschließlich über die Apotheke vertrieben. Einige Hersteller vermarkten die Ware über eigene Webshops, darunter vor allem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln. Wala etwa will mit dem Direktvertrieb von Dr. Hauschka nach eigenen Angaben Lücken im Vertriebsnetz schließen und verspricht Apotheken unter Umständen eine Umsatzbeteiligung.

Das Onlinegeschäft wächst. Auch Apotheken spüren, dass die Kund:innen nicht zuletzt seit der Pandemie verstärkt von zu Hause aus einkaufen. Die Hersteller von apothekenexklusiven Produkten bieten auf den Internetseiten ihrer Marken verschiedene Vertriebswege an. Klassischerweise verlinken viele auf einen Apothekenfinder, nutzen Dienstleister wie Aponow oder verweisen – zum Ärger mancher Vor-Ort-Apotheker:innen – auf ausgewählte Versandapotheken.

Der Weg zur Kund:in geht noch direkter. Über einen eigenen Webshop können Zielgruppen direkt angesprochen werden. Wala vertreibt die Kosmetikmarke Dr. Hauschka nicht nur über Depotpartner, sondern seit 2018 auch über einen eigenen Webshop. Der Online-Shop sei damals im Zuge des neuen Internetauftritts der Marke den Start gegangen, sagt eine Sprecherin. „Ein Anliegen war hierbei, auch denjenigen Endverbrauchern Zugang zum gesamten Dr. Hauschka Sortiment zu ermöglichen, die keinen Markenpartner in ihrer Nähe haben.“ Zudem will das Unternehmen darüber „einen direkten Kontakt zu unseren Kundinnen und Kunden herstellen, um im Dialog noch mehr zu Wünschen und Bedürfnissen zu erfahren“. Das selektive Vertriebssystem sei dadurch nicht gestört: „Es handelt sich aber keinesfalls um eine Abkehr von unserer Fachhandelstreue.“

Zudem wolle man mit den Markenpartnern nicht in den Wettbewerb treten. „Vielmehr sehen wir unseren Online-Shop als Referenz und Ergänzung. So werden Besucher unseres Online-Shops immer auch automatisch auf stationäre Geschäfte in ihrem Umfeld verwiesen, bei denen Produkte getestet beziehungsweise eine Beratung stattfinden oder eben auch direkt vor Ort eingekauft werden kann. Auf jeder Produktdetailseite ist die Händlersuche eingebunden; zudem können Kunden beim Online-Kauf auch ‚ihren‘ stationären Händler angeben. Dieser erhält dann eine Umsatzbeteiligung am Online-Kauf.“

Andere Kosmetikhersteller wie Barbor und Caudalie verweisen ebenfalls auf ihre „offiziellen Shops“ im Internet. Letzterer bietet Kund:innen über ein eigenes Treueprogramm an, Punkte zu sammeln. Das Bonusangebot führt mitunter zu Verwirrung in der Apotheke, wenn Verbraucher:innen ihr „Geschenk“ vor Ort abholen wollen. Denn der Bonus kann nur im Internet und „zugelassenen Verkaufspunkten“ eingelöst werden.

Auch die Nahrungsergänzungsmittel Omnibiotic von Institut Allergosan können direkt über den Hersteller bezogen werden. Die Marke ist im Internet präsent, weil sie vom Hersteller etwa über Social-Media-Kanäle wie Instagram beworben wird. Dabei wird regelmäßig auf den eigenen Blog verwiesen. Von dort ist der Weg zum eigenen Webshop nicht weit.

Auch die Marke Pure Encapsulations wird über einen Shop des Herstellers im Internet vertrieben. Der Weg zum Kaufabschluss soll „ganz bequem“ laufen – wie es bei den Zahlungsmöglichkeiten mehrfach betont wird. Die österreichische Firma Niceshops liefert ab einem Wert von rund 40 Euro versandkostenfrei nach Deutschland, davor werden knapp 5 Euro fällig. Auch Expressbestellungen sind für einen Aufpreis von knapp 7 Euro möglich. Rücksendungen können kostenlos aufgegeben werden.

Anders Orthomol: Der Hersteller aus Langenfeld hat nur Sportler:innen im Visier. Das Unternehmen vertreibt ausschließlich die Nahrungsergänzungsmittellinie für Aktive über das Internet. Registrierte Kund:innen können auch Produktproben bestellen. Wer sich für den Newsletter anmeldet, erhält einen Gutschein für 15 Euro. Verschickt wird versandkostenfrei ab 25 Euro. Bei den hochpreisigen Präparaten dürfte dies jedoch nebensächlich sein. Alle weiteren Orthomol-Linien können über die Herstellerwebsite über den Button „Jetzt bestellen“ entweder über eine Apothekensuche oder den Verweis auf Online-Apotheken ausgewählt werden.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Verbraucherschützer gegen Stada
Daosin: Ärger wegen Werbeaussagen »
Ökotest findet Blei und Weißmacher
Verbotenes Titandioxid in Kinderzahnpasta »
Mehr aus Ressort
Versender zerlegt sich selbst
Nach Zerschlagung: Zur Rose schuldenfrei? »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Datensatz lässt sich nicht abrechnen
Apotheker Paltins: Wer hat mein E-Rezept zerschossen?»
Shop Apotheke-Chef im WiWo-Interview
Feltens: Seit Spahn läuft es besser»
Verdächtiger in U-Haft
Apothekenüberfall mit Axt»
AU-Schein und Testergebnis online
Frau Dr. Ansay verliert ihre Approbation»
Beitrag zu Nahrungsergänzungsmitteln
rbb: Vorsicht bei Magnesium-Präparaten»
Lippenpflege im Winter
Öle gegen spröde Lippen»
Schlüsselrolle bei wichtigen Stoffwechselfunktionen
Hautvitamin B2: Vorstufe von Coenzymen»