Cheplapharm kauf Antra und Seroquel

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Berlin -

Bei Cheplapharm läuft es derzeit fast etwas zu gut: Der Mittelständler aus dem Norden hat für eine halbe Milliarde Euro den Säureblocker Antra/Losec (Omeprazol) und das Psychopharmakum Seroquel (Quetiapin) von AstraZeneca gekauft. Deshalb muss er nun 100 neue Mitarbeiter einstellen – der Neubau ist nun schon vor der Eröffnung zu klein. Kommendes Jahr muss erneut investiert werden.

Mit dem Deal stellt Cheplapharm seinen eigenen Rekord ein: Nach Firmenangaben ist es die größte privatwirtschaftliche Investition in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Bisher war das der Kauf des Antiadipositums Xenical und des Betablockers Dilatrend von Roche für 340 Millionen Euro vor drei Jahren. Die jetzige Akquisition übertrifft dieses Volumen deutlich.

Allein für Antra/Losec zahlt Cheplapharm 243 Millionen Euro, für Seroquel und Seroquel XR kommen nochmal 178 Millionen Euro obendrauf sowie weitere 61 Millionen als Meilensteinzahlungen abhängig vom zukünftigen Absatz der Präparate. „Die Meilensteinzahlungen werden jedoch erst jenseits des von uns prognostizierten Umsatzes der neuen Zukäufe völlig. Wir gehen deshalb davon aus, dass wir sie nicht werden zahlen müssen“, erklärt Jens Remmers, Head of Treasury & Investor Relations von Cheplapharm.

Während eines Übergangszeitraums produziert und liefert AstraZeneca Seroquel und Seroquel XR weiterhin. Die Briten haben die beiden Mittel im Rahmen ihrer Strategie, sich künftig verstärkt auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, abgestoßen. Cheplapharm hat die internationalen Vermarktungsrechte mit Ausnahme von China, Japan, den USA und Mexiko erworben. „Wir sind immer darauf erpicht, möglichst globale Länderrechte zu kaufen, deshalb war das für uns ein guter Fit“, so Remmers.

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