MVDA

Apotheker kritisieren TK-Vertrag

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Vor etwa einem Monat hatte der Marketing Verein Deutscher Apotheken (MVDA) eine Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) angekündigt. Unter den MVDA-Mitgliedern sorgt die geplante Vereinbarung offenbar für Bauchschmerzen: Der Beitrittsvertrag, der APOTHEKE ADHOC vorliegt, ist aus ihrer Sicht unattraktiv. Möglicherweise will der MVDA mit dem Angebot einen größeren Anreiz für die Linda-Vollmitgliedschaft schaffen, denn für Apotheken der Dachmarke entfällt laut Vertrag der Monatsbeitrag in Höhe von 59 Euro plus Mehrwertsteuer.

Teilnehmende MVDA-Mitglieder gewähren ihren TK-Kunden generell einen Rabatt von 5 Prozent auf rezeptfreie Arzneimittel. Darüber hinaus verpflichten sich die Apotheken, Rabattarzneimittel der TK noch am Tag der Bestellung kostenlos nach Hause zu liefern, wenn die Medikamente bis 16 Uhr in der Apotheke vorliegen. Wird der Kunde nicht bis spätestens um 12 Uhr des Folgetages beliefert, muss ihm der Apotheker sogar einen Warengutschein in Höhe von zwei Euro ausstellen, Brausetabletten verschenken oder Gesundheits-Checks anbieten. Außerdem zahlt die TK für Blutzuckerteststreifen im Rahmen der Vereinbarung offenbar rund 3,50 Euro weniger als im Arzneiliefervertrag festgehalten. „Für die vage Hoffnung, ein paar Versicherte mehr als Kunden zu gewinnen, wird hier ein Eintrittsgeld bezahlt, mit dem man sich letztlich noch den Ertrag zerschießt“, sagte eine MVDA-Mitglied gegenüber APOTHEKE ADHOC. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand unterschreibt.“

Zu den Einzelheiten des Kooperationsvertrages wollte ein Sprecher des MVDA gegenüber APOTHEKE ADHOC keine Stellung nehmen. Derzeit führe man „bilaterale Gespräche mit den Mitgliedern“, hieß es. Der TK geht es eigenen Angaben zufolge nur um eine bessere Versorgung ihrer Versicherten. Derzeit warte man ab, ob die Kooperation zustande kommt, sagte ein Sprecher.

Die Zusammenarbeit tritt nur unter der Vorgabe „einer bundesweiten Abdeckung durch beigetretene MVDA Apotheken“ in Kraft. Insider gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel der rund 3500 MVDA-Mitglieder den Vertrag unterschreiben müssten. Teilnehmer müssen den Nachweis eines Qualitätsmanagements erbringen sowie das Qualitätssiegel „Seniorengerechte Apotheke“ der Bundesgemeinschaft der Seniorenorganisation (BAGSO) führen. Diese Voraussetzungen könnten wiederum die Entscheidung zugunsten einer Linda-Vollmitgliedschaft beschleunigen - denn beide Anforderungen gelten auch für die Linda-Apotheken. In den vergangenen Monaten hat der MVDA die Dachmarke verstärkt beworben, unter anderem mit einem eigenen TV-Werbespot. Zuletzt wurde eine einheitliche Einrichtungslinie für Apotheken vorgestellt. Derzeit firmieren nach Angaben des Verbandes mehr als 1400 MVDA-Mitglieder unter der Dachmarke.

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