Apo-Discounter: Investor übernimmt Mehrheit

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Berlin - Bei Apo-Discounter gibt es eine überraschende Entwicklung: Der im vergangenen Jahr an Bord geholte Investor übernimmt die Mehrheit der Anteile an der Firma Apologistics, die wesentliche Teile des operativen Geschäfts abwickelt und außerdem die Marken- und Domainrechte hält. Damit erscheint das neue Logistikzentrum in den Niederlanden plötzlich in einem ganz anderen Licht.

Im Februar 2018 war die Familie um Tobias Hagenmeyer über ihre Beteiligungsfirma THI bei Apo-Discounter eingestiegen. Auf 60 Millionen Euro summierte sich das Investment der ehemaligen Eigentümer des Getriebebauers Getrag – ein kleiner Teil verglichen mit den gesamten Finanzanlagen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro.

Nun hat der Investor weitere 10 Millionen Euro auf den Tisch gelegt und dafür noch einmal 5,4 Prozent der Anteile übernommen*. Dem Preis liegt eine Unternehmensbewertung auf Grundlage des Umsatzes von 180 Millionen Euro zugrunde.

Bemerkenswert ist dabei, dass die Hagenmeyer-Familie durch die Kapitalerhöhung ihren Anteil von 45 auf 50,4 Prozent ausbauen kann. Der Anteil der Holding von Firmenchef Helmut Fritsch verwässert entsprechend auf 49,6 Prozent*. Sofern keine besondere Stimmrechtsvereinbarungen oder sonstige Absprachen existieren, ist der Apotheker also nicht mehr der Herr im Haus. Warum er bei der Finanzierungsrunde nicht mitgemacht hat, ist nicht bekannt.

Spannend ist die Anteilsverschiebung auch mit Blick auf die für Herbst geplante Eröffnung eines neuen Logistikzentrums im niederländischen Duiven. Eigentlich ist der Standort als zusätzliche Niederlassung geplant, um überregional eine Belieferung am selben Tag anbieten zu können. Wahr ist aber auch, dass in den Niederlanden ein Investor – anders als in Deutschland – Zugriff auch auf die Apotheke nehmen könnte. Bislang wird das Versandgeschäft von Apo-Discounter über die Apotheke im Paunsdorf-Center bei Leipzig abgewickelt, die Fritschs Ehefrau Kirsten gehört.

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