Bluttests

Theranos-Gründerin einigt sich mit US-Börsenaufsicht dpa, 15.03.2018 08:36 Uhr

Berlin - Die Gründerin des gescheiterten Bluttest-Start-ups Theranos, Elizabeth Holmes, entgeht Betrugsvorwürfen der US-Börsenaufsicht SEC mit einer Zahlung von 500.000 Dollar. Holmes willigte außerdem ein, zehn Jahre lang keine Managerpositionen in börsennotierten Unternehmen zu bekleiden und ihre Kontrolle über Theranos aufzugeben.

Die SEC warf Holmes und dem früheren Top-Manager Ramesh „Sunny“ Balwani vor, durch jahrelanges betrügerisches Handeln mehr als 700 Millionen Dollar von Investoren eingenommen zu haben. Balwani ging keine Einigung mit der SEC ein, und die Börsenaufsicht will gegen ihn vor Gericht ziehen, wie sie am Mittwoch mitteilte.

Theranos hatte versprochen, Bluttests zu revolutionieren, weil mit der Technologie des Start-ups für Proben nur wenige Tropfen genügten. In einer der Finanzierungsrunden wurde die geheimniskrämerische Firma mit rund neun Milliarden Dollar bewertet. Damit war Holmes zumindest auf dem Papier rund 4,5 Milliarden Dollar schwer. Die heute 34-jährige Gründerin und Chefin wurde auf Magazin-Covern und Konferenzen als erfolgreiche Self-Made-Milliardärin gefeiert. Die Story von der Visionärin, die mit 19 ein Studium in Stanford abbrach, um die Welt zu verändern, verkaufte sich gut.

Die Erfolgsgeschichte platzte jedoch nach einem Bericht im Wall Street Journal, in dem es unter Berufung auf frühere Mitarbeiter hieß, die Technologie von Theranos funktioniere nicht so recht und das Unternehmen habe für Blutproben oft konventionelle Geräte anderer Hersteller eingesetzt. Theranos wies dies erst zurück und drohte der Zeitung mit Klagen. Doch der Artikel von Oktober 2015 löste Untersuchungen aus, nach denen Theranos Lizenzen und Labor-Deals verlor und praktisch zusammenbrach.

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