Italien: Corona-Pass wird Pflicht

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Berlin -

Um seiner Arbeit nachzugehen, muss jeder Italiener ab sofort eine Impfung, Genesung oder einen Negativ-Test gegen Corona vorweisen. Mit diesem Eingriff in die Berufswelt soll das Virus irgendwann besiegt werden. Die Kritik ist zum Teil groß; mancherorts droht Chaos.

Eine umfassende Nachweispflicht für alle Berufstätigen soll in Italien zum endgültigen Erfolg über Corona führen – die Regelung provoziert aber zugleich teils heftige Proteste. Von diesem Freitag an müssen alle Beschäftigten in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Bereich belegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Nur dann dürfen sie mit einem sogenannten Grünen Pass ihre Arbeitsstätte – etwa in Büros, Fabriken, Geschäften, öffentlichen Einrichtungen oder im Dienstleistungsgewerbe – betreten.

Rund 23 Millionen Beschäftigte sind von dem Gesetzesdekret betroffen. Ansteckungen bei der Arbeit und Kollektiv-Quarantäne sollen so vermieden werden. „Für die Unternehmen und die Angestellten erhöht der Green Pass die Sicherheit am Arbeitsplatz und garantiert die Produktion“, sagt Maurizio Stirpe, der Vizepräsident der Arbeitgeberorganisation Confindustria.

In einigen Sparten galt bereits eine Nachweispflicht des Covid-Passes, etwa in Schulen oder im Sanitätswesen. Nun nimmt Ministerpräsident Mario Draghi die ganze Arbeitswelt in die Pflicht. Wer keinen Pass hat, muss daheim bleiben und bekommt in Abwesenheit kein Gehalt mehr.

Am vergangenen Samstag demonstrierten Tausende Menschen in Rom gegen den Grünen Pass, dabei kam es auch zu Ausschreitungen, Zusammenstößen mit der Polizei und Verletzten. An diesem Freitag ist erneut eine Demonstration in der Hauptstadt geplant. Arbeiter im norditalienischen Triest kündigten an, den wichtigen Adria-Hafen zu blockieren. „Die Regierung darf sich nicht erpressen lassen“, fordert Unternehmer Stirpe.

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