Italien: Ungeimpfte Apotheker werden suspendiert

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Berlin -

In Italien besteht eine Impfpflicht für Heilberufler, hierzu gehören auch die Apotheker:innen. Die italienischen Gesundheitsämter ahnden nun Verstöße. Allein in Südtirol wurden 20 Apotheker:innen suspendiert.

In Italien besteht Impfpflicht für Heilberufler. Neben Ärzt:innen und Pfleger:innen müssen sich auch Apotheker:innen impfen lassen. Wer die Spritze verweigert, der kann vom Dienst suspendiert werden. „Dann gehen die Betroffenen in eine Art unbezahlten Urlaub“, erläutert Maximin Liebl, Präsident der Apothekerkammer in Südtirol.

Gesundheitspolitik sollte umgesetzt werden

„Menschen, die ein medizinisches oder pharmazeutisches Studium hinter sich haben, sollten die gesundheitspolitischen Vorgaben des Landes umsetzen. Eine persönliche Meinung ist in diesem Bezug nicht angebracht. Persönlich kann jeder denken, was er möchte, im Beruf hat das Grenzen“, argumentiert Liebl.

Der Kammerpräsident geht davon aus, dass es bei den aktuell 20 suspendierten Apotheker:innen nicht bleiben wird. „Doch die Suspendierung und der Gehaltsverzicht zeigen Wirkung. Einige Apotheker haben sich bereits impfen lassen. Bei Heilberuflern gilt die Regelung, dass die Beschäftigung direkt nach der ersten Injektion wieder aufgenommen werden darf.“

Vorbildfunktion wird nicht erfüllt

„Gerade bei Heilberuflern ist eine Impfung sehr wichtig, dafür plädiert auch die Kammer“, erläutert Liebl. „Hier ist man tagtäglich mit kranken Menschen in Kontakt, die ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen und schwerer erkranken können.“ In einigen Gruppen der Gesundheitsberufe verzeichnet Italien eine niedrige Impfquote. Im Bereich der Pflege finden sich Impfskeptiker, unter den Physiotherapeuten sei der Anteil noch höher, so Liebl.

Die Prüfungen seitens der Gesundheitsbehörden seien nötig, um Impfgegner ausfindig zu machen. Anders als in anderen Berufen können sich Apotheker:innen nicht „freitesten“. Auch Florian Peer, Apothekeninhaber aus Brixen, findet es nicht gut, dass Kolleg:innen die Impfung ablehnen: „Wir persönlich sehen das sehr kritisch, Apotheker haben Vorbildfunktion und müssen die Gesundheit aller im Auge haben. Somit ist dieses Verhalten schwierig nachzuvollziehen, schadet dem Ansehen der Apotheker im Allgemeinen und entspricht nicht dem deontologischen Kodex.“

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