Streit um Berufsordnung in Österreich

40.000 Euro: Kammer bestraft Versandapotheke

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Mather empfindet die Regeln der österreichischen Berufsordnung als absurde Benachteiligung der inländischen Betriebe: Denn seit 2015 ist der OTC-Versand zwar erlaubt, allerdings gelten für Versandapotheken, die wie hierzulande stets an eine Vor-Ort-Apotheke angebunden sein müssen, dieselben Regeln wie für Präsenzapotheken. „Das ist idiotisch, denn eine Versandapotheke hat ja keinen lokalen Versorgungsauftrag“, sagt Mather. „Die holländische Shop-Apotheke macht in Österreich Radio- und TV-Werbung und wir als Nummer 1 unter den österreichischen Versandapotheken werden dafür bestraft.“

Das sei wettbewerbsverzerrend, die Standesvertretung behindere die eigenen Mitglieder an der erfolgreichen Marktteilnahme. „Die normierten und nur für österreichische Apotheken geltende Verbote, mit Preisen und Preisnachlässen zu werben, stellen spätestens seit der Liberalisierung des Onlinehandels eine durch nichts argumentierbare Inländerdiskriminierung dar“, so Mather. „Wir werden diese Ungerechtigkeit nun mit juristischen Mitteln zu beseitigen versuchen.“

Der OTC-Versand ist in Österreich seit 2015 erlaubt. Marktführer ist die Shop-Apotheke, Medistore ist nach Angaben Mathers der größte einheimische Versender, weitere aktive Versandhändler sind Vamida/Apobag, Apotheke.at sowie Apo-Rot, Zur Rose und Servus-Apotheke. Einen Verbündeten hat Mather in der Bundeswettbewerbsbehörde: Die moniert bereits seit 2018, dass einheimische Versender der Berufsordnung wegen „erhebliche Wettbewerbsnachteile“ ertragen müssten. Dass er die Regeln allzu schnell zu Fall bringen könnte, glaubt Mather allerdings nicht. „Wir werden uns noch mindestens zwei Jahre gedulden müssen“, sagt er mit Blick auf den weiteren juristischen Weg. „Die wollen uns ausbremsen.“

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