Versender hofft auf zweites Halbjahr

Shop Apotheke: Bislang 85 E-Rezepte bearbeitet

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Berlin -

Bei Shop Apotheke fiebert man weiter der Einführung des E-Rezepts entgegen. CEO Stefan Feltens geht davon aus, dass die Pilotphase im zweiten Quartal abgeschlossen wird und es im zweiten Halbjahr zum Roll-out kommt. Von einem deutlichen Anstieg an digitalen Verordnungen will man auch in Venlo profitieren.

Manchmal verraten kleine Fehler mehr als große Worte: Bei der Vorstellung der Jahreszahlen ging Feltens auch auf das E-Rezept ein, das für Shop Apotheke ja das wichtigste Zugpferd werden soll. Dass dabei in seiner Präsentation versehentlich von 3000 statt 30.000 E-Rezepten in der Pilotphase die Rede war, war so gesehen bezeichnend.

Feltens versicherte, dass das E-Rezept zwar aufgeschoben, aber keineswegs aufgehoben sei: „Bei unseren Gesprächen in Berlin hören wir von allen Seiten, dass man voll und ganz hinter dem E-Rezept steht und dass es weiter sehr hohe Priorität für die Politik hat.“ Das E-Rezept sei nämlich eine Basistechnologie für die überfällige Digitalisierung des Gesundheitswesens. Als Beispiel nannte er die elektronische Patientenakte.

Seit Oktober sind bei Shop Apotheke 85 E-Rezepte eingegangen. Diese wurden von 18 Ärzt:innen ausgestellt und betrafen Versicherte von 17 Krankenkassen.

Bei Shop Apotheke geht man davon aus, dass die Pilotphase irgendwann im zweiten Quartal abgeschlossen sein wird. Ab Mitte des Jahres könnte es daher zum Roll-out kommen und damit zu einem deutlichen Anstieg an E-Rezepten auch bei Shop Apotheke. Wenn es erst einmal richtig losgehe, werde man den Kund:innen ein „ganz tolles Angebot“ machen können. Er sei überzeugt, dass man dank der umfassenden Betreuung eine hohe Kundenzufriedenheit und damit -loyalität erreichen könne.

Allerdings sei noch unklar, wie die Einführung dann vonstattengehen werde: Denkbar sind laut Feltens verschiedene Szenarien, etwa ein Big Bang oder eine Einführung zunächst in bestimmten Regionen. Noch habe das Bundesgesundheitsministerium (BMG) dazu keine Aussagen gemacht oder Entscheidungen getroffen. Das liege einerseits an der Pandemiebekämpfung, die weiter im Fokus stehe. Außerdem würden auch diverse Positionen neu besetzt. „Wir werden mit der Ungewissheit wohl noch ein paar Wochen oder Monate leben müssen.“ Aus diesem Grund habe man auch Effekte durch das E-Rezept bei der Prognose nicht berücksichtigt.

Zuletzt war das Rx-Geschäft um 35 Prozent beziehungsweise 76 Millionen Euro auf 143,5 Millionen Euro eingebrochen. Grund ist das Verbot von Rx-Boni, das Feltens nach wie vor als „eklatante Verletzung europäischen Rechts“ sieht. Er sei sicher, dass es noch eine gerichtliche Klärung geben werde.

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