Apo-Discounter: Versender schließen weiße Flecken

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Berlin - Wie viel Umsatz bringt das E-Rezept dem Versandhandel in den kommenden Jahren? 10 Prozent, findet Walter Oberhänsli von Zur Rose. 20 Prozent, glaubt Dr. Oliver Scheel von Apologistics (Apo-Discounter). Denn gerade Menschen auf dem Land haben seiner Meinung nach kaum eine Alternative.

Noch liegt der Versandanteil im Rx-Bereich bei 1,5 Prozent. „Das liegt auch daran, dass die Papierrezepte erst umständlich mit
der Post eingeschickt werden müssen – sehr unpraktisch. Das schreckt viele ab“, so Scheel. „Nach Einführung und Etablierung des
E-Rezepts kann der Anteil im Laufe der kommenden Jahre aber auf etwa 20 Prozent ansteigen – so wie heute schon bei rezeptfreien Medikamenten.“

Das E-Rezept bietet aus seiner Sicht mehr Sicherheit, indem es die kontaktfreie Kundenbelieferung ermöglicht: „Die Pandemie hat
gezeigt, dass die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung durch sich weiterentwickelnde Online-Apotheken flexibler geworden ist. Kontaktbeschränkungen können verlässlich sichergestellt werden. Man kann rund um die Uhr und versandkostenfrei bestellen
sowie einen Termin hinterlegen, wann man die Sendung haben will.“

Außerdem reduziere es Bürokratie, indem es chronisch Kranken, die Folgerezepte benötigen, „nervige Wege zu Arzt und Apotheke“ erspare. „Es ist bequem und so ähnlich wie ein Dauerauftrag bei der Bank.“

Profitieren können laut Scheel auch Menschen auf dem Land: „Es gibt einfach zu viele Apotheken in den Städten und Ballungsgebieten, wo sie zudem noch eng benachbart stehen. In ländlichen Gebieten dagegen fehlen Apotheken. Das heißt, wer auf dem Land lebt, hat eine deutlich schlechtere Versorgung mit ärztlicher Versorgung und den Zugang zu Arzneimitteln als in städtischen Gebieten. Abhilfe bietet da die moderne digitale Online-Apotheke.“

Dennoch: Beide Arten von Apotheken leisten laut Scheel ihren Beitrag zur Versorgung mit Arzneimitteln. „Beide finden ihre Rollen gerade neu durch die Pandemie, die Entwicklung der Digitalisierung und das veränderte Kaufverhalten der Kunden. Doch die Zahl der Apotheken ist in den letzten Jahren so stark zurückgegangen wie noch nie. Gab es vor wenigen Jahren noch etwa 22.000 stationäre Apotheken, sind es zurzeit noch knapp 19.000.“

Firmengründer Helmut Fritsch hatte vor einem Jahr noch postuliert, dass nur die Hälfte der Apotheken überleben wird. Das „Aufbäumen der deutschlandweit mehr als 19.000 stationären Apotheken gegen die Online-Lösungen“ könne nicht ewig so weitergehen, so Fritsch im Handelsblatt: „Die alte Apothekenlobby kämpft unter dem Vorbehalt, nur sie könne die flächendeckende Versorgung mit Arzneien in Deutschland aufrechterhalten.“ Dabei hätten auch die Offizin-Apotheken den gleichen Antrieb wie er: wirtschaftlichen Erfolg.

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