AOK Bayern: Wiederholungsrezepte über Zava

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Berlin -

Versicherte der AOK Bayern können künftig bis zu drei Wiederholungsrezepte über Zava beziehen, ohne einen Arzt zu sehen. Nach der ersten Videosprechstunden können sie auf Grundlage eines ausgefüllten Fragebogens bis zu drei Folgeverordnungen innerhalb von zwölf Monaten erhalten. Das Angebot gelte aber vorerst nur für die Indikationen Asthma und Schilddrüsenunterfunktion.

Die digitalen Wiederholungsrezepte müssen dabei von dem Arzt freigegeben werden, der die Erstverordnung ausgestellt hat. So soll der Versicherte bei Fragen immer den gleichen ärztlichen Ansprechpartner haben. Zu Beginn in einer Videosprechstunde entscheidet der behandelnde Vertragsarzt über die erste Verordnung und schaltet, wenn medizinisch geboten, das neue Angebot für die Wiederholungsrezepte frei. Die Patienten füllen dann alle drei Monate einen kurzen medizinischen Fragebogen aus, den der verschreibende Arzt prüft und anschließend das Rezept ausstellt, sofern keine medizinischen Einwände bestehen. Ein gesichertes Patientenkonto soll Ärzten und Patienten Überblick geben, wie oft ein ärztlich verschriebenes Medikament noch als Wiederholungsrezept angefragt werden kann.

Versicherte der AOK Bayern können bereits seit Mai über Zava Videosprechstunden bei Atemwegserkrankungen kostenfrei in Anspruch nehmen. Die dabei verordneten Rezepte können dann elektronisch an eine gewünschte Apotheke in der Nähe des Patienten oder an eine Versandapotheke weitergeleitet werden. Der Service steht über das AOK-Onlineportal und die App „Meine AOK“ ab sofort allen Versicherten in Bayern offen – sie erreichen die Online-Arztpraxis direkt über die App. Die Zava-Videosprechstunde können sie an sieben Tagen in der Woche zwischen 7 und 19 Uhr kostenfrei nutzen. Nach Angaben der AOK tun mehr als 1300 ihrer Versicherten das bereits. Patienten können wählen, ob ihr digitales Rezept an eine von zahlreichen teilnehmenden Apotheken vor Ort in Bayern oder an eine Versandapotheke übermittelt werden soll.

„Mit der Videosprechstunde und dem Wiederholungsrezept haben die Versicherten der AOK Bayern jetzt eine Alternative zum Besuch in der Arztpraxis“, so Zava-Geschäftsführer Dr. David Meinertz. „Bisher richtete sich das Angebot von Zava vor allem an Patienten privater Kassen und an Selbstzahler, jetzt können auch die gesetzlich Versicherten von unserem innovativen Service profitieren.“ Durch das Angebot würden Ärzte und Praxen entlastet, was insbesondere bei steigenden Corona- und Grippefallzahlen von großer Bedeutung sei.

Patienten müssten sich nicht dem Risiko einer Ansteckung in vollen Wartezimmern aussetzen und würden dennoch durch die erfahrenen niedergelassenen Ärzte versorgt. „Mit dem neuen Angebot ersparen wir den Versicherten zusätzliche Wege und entlasten Praxen während der Corona-Pandemie”, so Christina Sabic, Geschäftsbereichsleiterin Ambulante Versorgung bei der AOK Bayern.

In dem Projekt kann jeder niedergelassene Hausarzt mit Vertragsarztsitz in Bayern teilnehmen. Auch Krankschreibungen sind möglich. Patienten erhalten die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aktuell per Post nach Hause geschickt, künftig wollen Zava und die AOK Bayern aber auch eine sichere Lösung für elektronische Krankschreibungen einführen.

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