Impfstoff-Engpass: Wann kann alternativ geimpft werden?

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Berlin - „Leider bekommen wir keinen Impfstoff und müssen den Termin verschieben.“ Diesen Satz hörten im vergangenen Jahr zahlreiche Patient:innen, als es um die Pneumokokken-Impfung ging. Durch eine neue Regelung, die den Ärzt:innen mehr Spielraum bei der Auswahl des Vakzins gewährt, soll die Impfung trotz Lieferengpass möglich sein. Doch nicht bei allen Vakzinen kann auf ein anderes Präparat ausgewichen werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Schutzimpfungs-Richtlinie geändert. Neu beschrieben wurde der Leistungsanspruch bei einem bestehenden Versorgungsengpass. Zukünftig haben Versicherte bei einem bestehenden Lieferengpass, der vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) festgestellt wurde, Anspruch auf einen Alternativ-Impfstoff. Der Anspruch besteht nur über die Dauer des Lieferengpasses. Gleichzeitig muss die Impfung ärztlich indiziert sein und zeitnah – laut ärztlicher Einschätzung – durchgeführt werden.

Als Lieferengpass definiert das PEI einen Abbruch der Auslieferung seitens des Herstellers von länger als 14 Tagen. Auch eine stark erhöhte Nachfrage, wie es im vergangenen Herbst bei den Pneumokokken-Impfstoffen der Fall war, kann zu einem Lieferengpass und folglich zu einem Leistungsanspruch führen. Vom G-BA wurden folgende Vakzine in den Beschluss zur Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie mit aufgenommen: Hepatitis B, Herpes Zoster, Mumps/Masern/Röteln (MMR), Pneumokokken und Tetanus/Diphterie/Pertussis. Nicht für alle Impfungen stehen empfohlene Alternativen bereit.

Hepatitis B Impfungen
Alternative: Kombinationsimpfstoff HepA+B

Herpes Zoster
Alternative: Keine – Verschiebung des Impftermins

MMR
Alternative: MMR-V-Kombinationsimpfstoff (zusätzlich gegen Windpocken)

Pneumokokken
Alternative: Keine – Verschiebung des Impftermins

Tetanus, Diphterie, Pertussis (TdaP)
Alternative: TdaP-IPV-Kombinationsimpfstoff (zusätzlich gegen Poliomyelitis)

Aktuell ist beim PEI nur der Infanrix-IPV+Hib Impfstoff von GSK als nicht lieferbar gelistet. Der Hersteller geht davon aus, dass das Kombinationsvakzin Anfang Oktober wieder lieferbar sein wird. Als Alternative steht Pentavac von Sanofi zur Verfügung.

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