AstraZeneca: Neue Impfstoff-Version ab Herbst

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Berlin - Der britische Pharmakonzern AstraZeneca will bereits im kommenden Herbst die nächste Generation seines Corona-Impfstoffes auf den Markt bringen, der noch besser vor kursierenden Virus-Varianten schützen soll. Im Frühjahr sollten klinische Tests mit diesen Impfungen beginnen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. In sechs bis neun Monaten könne dann voraussichtlich die Massenproduktion starten. 

Auch der derzeit bereits in der EU, Großbritannien und vielen anderen Ländern eingesetzte AstraZeneca-Impfstoff, den der Konzern gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, soll prinzipiell wirksam gegen Varianten sein. Allerdings belegte eine Studie kürzlich, dass er bei der zunächst in Südafrika entdeckten Variante wohl weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19 schütze. Bei anderen Corona-Varianten ist zudem teilweise noch ungeklärt, inwieweit sie sich der Wirkung bereits verfügbarer Impfstoffe entziehen können.

Der Impfstoff von AstraZeneca beruht auf der Vektorviren-Technologie. Die zu präsentierenden Teile von Sars-CoV-2 werden in einen für den Menschen unschädlichen Virus eingebaut. Laut Hersteller kann die Vakzine leicht umgeändert und an grassierende Mutationen angepasst werden. Diese Anpassung würde zwar laut Experten länger dauern, als bei den mRNA-Impfstoffen, doch der zeitliche Unterschied würde sich nur auf wenige Wochen belaufen. Mene Pangalos, Leiter der Forschungsabteilung bei AstraZeneca sprach gegenüber der „FinancialTimes“ von einem rund vier- bis sechswöchigen Vorsprung.

Am 29. Januar hatte AstraZeneca die bedingte Marktzulassung für den Impfstoff erhalten. Die Wirksamkeit beläuft sich auf weniger als 60 Prozent. Bei der Gabe von zwei vollen Dosen à 0,5 ml im Abstand von 28 Tagen ergibt sich aus den beiden Studien ein Impfschutz von 59,5 Prozent. Ein geändertes Dosierungsschema könnte zu einer höheren Wirksamkeit führen. Denn eine fälschlicherweise nur halbhoch dosierte Erstinjektion führte zu einer höheren Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent. Denkbar wäre, dass die angepassten Impfstoffe auch ein angepasstes Impfregime aufweisen. Hierfür müsste der Hersteller weiterführende Studien durchführen.

 

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