AstraZeneca: Falsches Impfschema zugelassen?

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Berlin - Der Vektorimpfstoff von AstraZeneca hat am 29. Januar die bedingte Marktzulassung erhalten. Das Vakzin basiert auf einem für den Menschen ungefährlichen Virus. Zulassungsrelevant waren schlussendlich nur zwei der insgesamt vier Phase-III-Studien. Bei der Gabe von zwei vollen Dosen à 0,5 ml im Abstand von 28 Tagen ergibt sich aus den beiden Studien ein Impfschutz von 59,5 Prozent. Ein geändertes Dosierungsschema könnte zu einer höheren Wirksamkeit führen.

Mit 59,5 Prozent weist der Impfstoff eine viel geringere Wirksamkeit auf als die beiden bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffe. Die Vakzine von Biontech und Moderna weisen Wirksamkeiten von rund 95 Prozent auf. Die geringe Wirksamkeit des Vektorviren-Impfstoffes resultiert wohl auch aus dem gewählten Dosierungsschema. Bei einem Impfschema von zwei vollen Dosen à 0,5 ml ergibt sich die Wirksamkeit von 59,5 Prozent. Diese Wirksamkeit errechnete sich auf Basis von zwei Studien. Von der EMA berücksichtigt wurden die britische COV002- und die brasilianische COV003-Studie.

Insgesamt hatte der Hersteller vier Wirksamkeits-Studien durchgeführt. Neben den Studien aus Großbritannien und Brasilien wurden auch Studien in Südafrika durchgeführt. Die Teilnehmerzahl lag bei rund 24.000. Zwei Studien wurden von der EMA im Rahmen der Zulassung jedoch nicht berücksichtigt, da zu wenige Covid-Fälle auftraten. In den beiden ausgeschlossenen Studien beliefen sich die Infektionen auf weniger als sechs Fälle.

Bei einem abweichenden Impfschema scheint die Wirksamkeit höher. Erhalten die Probanden zunächst nur die halbe Dosis – also 0,25 ml – und nach vier Wochen die volle Dosis, so erhöht sich die Wirksamkeit auf bis zu 90 Prozent. In einer der Studien erhielten einige Probanden den Impfstoffkandidat AZD1222 fälschlicherweise in halber Dosis. Experten schlussfolgern, dass die sanfte Stimulation des Immunsystems dazu führt, dass die zweite Dosis nach 28 Tagen ihre volle Wirksamkeit entfalten kann und nicht bereits vor Eindringen in die Zelle vom Organismus eliminiert wird.

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