ACE2-Rezeptor lässt Männer häufiger erkranken

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ACE2-Rezeptoren im Fokus der Wissenschaft

Viele Wissenschaftler haben sich in den vergangenen Wochen mit den ACE2-Rezeptoren beschäftigt, unter anderem des Helmholtz Zentrums München. Sie stellten fest, dass nahezu alle Organe über eine gewisse Anzahl dieser Rezeptoren verfügen. Somit finden sich diese Proteine auch in Zellen des Herzens, der Blase, der Bauchspeicheldrüse und der Niere. Geringe Konzentrationen konnten auch im Auge und im Gehirn dokumentiert werden. Hohe Konzentrationen konnten in Epithelzellen nachgewiesen werden – also in der organauskleidenden Zellschicht, wie sie in der Lunge existiert.

Auch Forscher des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin wollten herausfinden, in welchen Zellen diese beiden Eintrittsproteine vermehrt enthalten sind. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass vor allem die schleimproduzierenden Becherzellen und Flimmerzellen in der Nase hohe Konzentrationen dieser beiden Proteine aufweisen. Ob die befallenen Organe auch alle potenziell infektiös sind, ist noch nicht abschließend geklärt. So ist der Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde im St.-Johannes-Hospital Dortmund, Professor Dr. Markus Kohlhaas, der Auffassung, dass das Coronavirus in bestimmten Fällen auch über die Augen übertragbar ist. Das Risiko einer Übertragung über die Tränen sei dann gegeben, wenn der Corona-Patient beispielsweise eine Bindehautentzündung entwickelt.

Endotheliitis führt zu Multiorganversagen

Außerdem konnte in Blutgefäßen Sars-CoV-2 nachgewiesen werden: So veröffentlichten der Kardiologe Professor Dr. Frank Ruschitzka und seine Kollegen vom Universitätsklinikum Zürich Mitte April ein Dokument im Fachjournal „The Lancet“, in dem sie beschrieben, wie Viruspartikel im Gefäßendothel gefunden wurden. Der Angriff des Endothels erklärt den Wissenschaftlern zufolge das entstehende Multiorganversagen bei Patienten mit Covid-19. Durch Vorerkrankungen ist das Gewebe meist schon geschädigt: Bluthochdruck, Diabetes, Herzinsuffizienz oder koronare Herzkrankheit bieten Sars-CoV-2 ideale Voraussetzungen für einen aggressiven und häufig sogar tödlichen Verlauf.

 

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