„Wir waren kulant, jetzt sind Sie dran“

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Berlin -

Kleinste Fehler auf dem Rezept können Apotheken teuer zu stehen kommen, denn auf Kulanz der Krankenkassen können sie in der Regel nicht hoffen. Andersherum wird offenbar erwartet, dass die Apotheken schon mal ein Auge zudrücken. Die Barmer zeigt Unverständnis, dass ein Apotheker die FFP2-Coupons nicht nach Ablauf der Frist noch einlöst.

Anfang Februar hatte die Regierung die Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken auf ALG-II-Bezieher:innen ausgeweitet, nachdem das Tragen medizinischer Masken in Teilen des öffentlichen Raums verpflichtend wurde. Per Verordnung erhielten die etwa 5 Millionen Berechtigten je zehn FFP2-Masken zugesprochen. Diese konnten sie bis zum 6. März in den Apotheken abholen.

Doch wie schon bei den FFP2-Coupons für Risikopatienten verlief auch der Versand der Berechtigungssscheine an ALG-II-Empfänger:innen nicht überall reibungslos. Ein Bezugsberechtigter aus Köln war von der Barmer offenbar nicht bedacht worden, die Kassen schickte eine Nachlieferung. Allerdings war da die Frist zum Einlösen bereits abgelaufen.

Der Versicherte meldete sich bei der Kasse und erhielt eine erstaunliche Antwort: „Wir bedauern sehr, dass Ihnen nun die Berechtigungsscheine verspätet zugestellt wurden. Auch ist es nicht nachvollziehbar, dass Ihnen die ausgewählte Apotheke die Ausgabe verweigerte. Bitte wenden Sie sich an eine andere Apotheke und bitten Sie um Aushändigung der FFP2-Masken.“

Diesem Rat folgte der ALG-II-Empfänger und versuchte es jetzt in der Paradies-Apotheke von Dirk Vongehr. „Natürlich haben wir ihm die Masken abgegeben, der Patient kann doch am wenigsten dafür“, so Vongehr. Doch jetzt erwartet der Apotheker eine Reaktion von der Kasse.

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