Massive regionale Unterschiede

Barmer: Corona-Krankschreibungen weit über Inzidenz

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Berlin -

Die regionalen Unterschiede bei den Corona-Inzidenzen spiegeln sich deutlich in den Krankschreibungen. Das geht aus einer Analyse der Barmer hervor. Besonders in Sachsen und Thüringen wurden demnach viele Menschen wegen einer Infektion arbeitsunfähig.

Demnach waren in der zweiten Maiwoche dieses Jahres in Sachsen 605 von 100.000 Barmer-Versicherten mit Anspruch auf Krankengeld wegen einer Covid-19-Erkrankung arbeitsunfähig gemeldet. Es folgen Thüringen mit 530 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen auf 100.000 Versicherte und das ebenfalls stark von der Pandemie betroffene Sachsen-Anhalt mit 395. Damit liegt die Inzidenz der Krankschreibungen jeweils bedeutend höher als die jeweilige Fallinzidenz in den Bundesländern.

Am anderen Ende stehen die weniger betroffenen Bundesländer Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg mit 121, 163 und 179 Krankschreibungen pro 100.000 Versicherte. Damit war der Anteil der Betroffenen in Sachsen fünfmal so hoch wie in Schleswig-Holstein.

„Die massiven regionalen Unterschiede bei den Corona-Fällen und den daraus resultierenden Krankschreibungen haben viele Ursachen. Sie reichen von der Nähe zu ausländischen Hotspots über die Besiedelungsdichte bis hin zu unterschiedlich hoher Akzeptanz der Abstands- und Hygieneregeln“, sagt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer. Zwar nehme das Impftempo inzwischen immer weiter zu, die Einhaltung der sogenannten AHA-Regeln blieben aber weiterhin eine wichtige Maßnahme, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden.

Im bundesweiten Durchschnitt waren im untersuchten Zeitraum 274 je 100.000 Anspruchsberechtigte wegen Covid-19 krankgeschrieben. Auch hier zeigt sich die abnehmende Tendenz der Ansteckungszahlen: In den beiden Wochen zuvor waren es 282 beziehungsweise 288 Betroffene zwischen 15 und 64 Jahren. „Wir bekommen die Corona-Pandemie nach und nach in den Griff. Wenn die Impfungen zügig voranschreiten und die AHA-Regeln eingehalten werden, wird die Zahl der Erkrankungen und Krankschreibungen weiter sinken“, sagt Marschall.

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