FFP2-Bilanz

Tausende Masken lagern in Apotheken

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Berlin -

Die Abgabe der FFP2-Masken an Risikopatienten endet morgen. Bis zum 15. April können letztmals Coupons der zweiten Tranche in der Apotheke eingelöst werden. Laut einer aposcope-Befragung haben die Apotheken durchschnittlich rund 15.000 Masken abgegeben – sitzen aber teilweise auch noch auf recht großen Beständen.

Nach eigenen Angaben hat etwa die Hälfte der befragten Inhaber:innen zwischen 8000 und 25.000 Masken abgegeben, jeder Fünfte weniger und jeder Vierte mehr. Der Mittelwert liegt laut Umfrage bei knapp 19.300 Masken, der aufgrund der Ausreißer realistischere Median bei 14.000.

Die Nachfrage nach FFP2-Masken ist in den vergangenen Wochen bereits deutlich zurückgegangen, es werden kaum noch Coupons in der Offizin eingelöst. Und so liegen in vielen Apotheken noch Masken an Lager, nach Angaben der Inhaber sind es im Mittel 2600 Stück. Für diese besteht aktuell kaum noch ein Markt, die Apotheken werden die Masken wohl nur mit deutlichem Verlust abverkaufen können. Die in der Öffentlichkeit oft als zu hoch kritisierte Vergütung für die Verteilaktion wird dadurch in ein anderes Licht gerückt.

Unter dem Strich sind aber vor allem die Inhaber:innen aber zufrieden mit der Maskenverteilaktion: Eine Mehrheit gab bei der aposcope-Umfrage an, dass die Abgabe in der eigenen Apotheke gut geklappt hat. Bei den befragten PTA ist die Zustimmung nicht ganz so groß. Das dürfte vor allem damit zu tun haben, dass sie den Aufwand am HV-Tisch erlebt haben und die wirtschaftliche Komponente nicht im Detail überblicken. So findet jede:r zweite PTA, dass der Aufwand der Aktion den Ertrag überschritten hat, aber nur jede:r fünfte Inhaber:in sieht das so.

Gespalten sind die Apothekenteams in der Frage, ob die Absenkung des Honorars von 6 Euro auf 3,90 Euro brutto angemessen war. 41 Prozent sehen das so, 55 Prozent fanden die Kürzung unangemessen. Bei den Inhaber:innen ist das Verhältnis mit 51 zu 49 Prozent ausgewogen.

Insgesamt sehen die Apothekenleiter:innen die positiven Aspekte: So bestätigen aus dieser Gruppe mehr Teilnehmer, dass die Aktion das Ansehen der Apotheke gesteigert hat. Die Angestellten sind da weniger euphorisch und sehen mit großer Mehrheit (78 Prozent), dass die Verteilaktion den normalen Geschäftsbetrieb beeinträchtigt hat. Abgesehen vom Honorar allerdings offenbar ohne positive Nebeneffekte: Nur knapp jeder fünfte Befragte gab an, dass durch die Maskenaktion Zusatzverkäufe generiert wurden.

Trotzdem spricht sich eine Mehrheit von 63 Prozent dafür aus, dass es aufgrund der verschärften Maskenpflicht eine Verstetigung der Maskenabgabe mindestens bis zum Jahresende geben sollte. Die Inhaber:innen rechnen eher nicht damit, dass es an den letzten Tagen der aktuellen Verteilaktion erneut zu einem größeren Ansturm auf die Apotheken kommen wird. Die Coupon-Einlösung war schon in den vergangenen Wochen stark rückläufig.

69 Prozent finden die Maßnahme des Bundesgesundheitsministeriums, mit Hilfe von Coupons über Vor-Ort-Apotheken FFP2-Schutzmasken an Anspruchsberechtigte zu verteilen, gut. 62 Prozent stimmen sogar der Aussage zu, dass die Aktion viele Apotheken wirtschaftlich gerettet hat. 57 Prozent finden aber auch, dass es besser gewesen wäre, staatlich gefördert Masken für 1 Euro an alle abzugeben. Und 29 Prozent befürchten, dass es im Nachhinein noch Kontrollen oder Ärger wegen der Abrechnung geben könnte.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 12. April 2021 insgesamt 302 Apothekenleiter:innen, angestellte. Approbierte und PTA teil.

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