Apotheken-Gelder eingefroren

So argumentiert der AvP-Insolvenzverwalter

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Den Beziehungen zwischen den Apotheken und AvP liege eine Vielzahl an verschiedenen Vertragsfassungen zu Grunde. Man prüfe jetzt sehr sorgfältig, wie sich die Rechtslage an den Kontoguthaben und den Rezepten gestalte. „Aufgrund der wirtschaftlichen Tragweite dieser Frage halten wir es für geboten, diese gegebenenfalls auch durch einen unabhängigen juristischen Sachverständigen prüfen zu lassen. Die vorhandenen Kontoguthaben werden wir daher zunächst auf Separierungskonten verwahren.“

Eine Auszahlung an die Apotheken könne nur erfolgen, wenn sich im Rahmen der rechtlichen Aufarbeitung ergeben sollte, dass die Kontoguthaben nicht Bestandteil einer Insolvenzmasse, sondern den Vermögen der jeweiligen Apotheken zuzuordnen seien. „Ansonsten würde die Auszahlung nicht aussonderungsberechtigte Gläubiger benachteiligen.“

Bis zum Abschluss der Prüfungen könnten also keine Auszahlungen vorgenommen werden. „Uns ist bewusst, dass dies erhebliche negative Auswirkungen für zahlreiche Einrichtungen hat. Um die Interessen der Gesamtgläubiger in diesem vorläufigen Insolvenzverfahren zu wahren, ist eine abschließende rechtliche Aufarbeitung vor einer etwaigen Auszahlung jedoch unerlässlich.“ Hoos und Bauer versprechen den Apothekern, sie über aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse auf dem Laufenden zu halten; auch mit den Apothekerverbänden stünden sie im direkten Austausch.

Die Abrechnung von Krankenhausapotheken soll erhalten bleiben und wird gesondert geregelt werden: Für künftige Zahlungen werde sichergestellt, dass diese kein Bestandteil der Insolvenzmasse würden. Dies geschehe dadurch, dass für die Kunden ein von der Insolvenzmasse getrenntes Treuhandkonto geführt werde, damit die Beträge ungekürzt an die Krankenhausapotheken ausgekehrt werden könnten. „Damit ist sichergestellt, dass die Vergütung zukünftig in voller Höhe bei Ihnen ankommt“, heißt es in einem weiteren Schreiben an diesen Kundenkreis. Lediglich die vereinbarten Gebühren fielen an. Um die erforderlichen Abstimmungen und Verhandlungen zu unterstützen, hat AvP die Unternehmensberatung WMC Healthcare beauftragt. „Herr Dr. Reinhard Wichels und sein Team werden sich kurzfristig mit ihnen in Verbindung setzen.“

 

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