Streit um Rezeptur-Retax

, Uhr
Berlin -

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat Apotheken retaxiert, die sich bei der Herstellung von Arzneimitteln nicht an die Vorgaben der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) gehalten haben sollen. Dabei gehe es um die Prüfzertifikate, bestätigt ein Sprecher der Krankenkasse. Allerdings werden die Kürzungen mit der angeblich fehlenden Erstattungsfähigkeit begründet. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) sucht das Gespräch mit der Kasse, die derweil die Retaxationen ausgesetzt hat.

Retaxiert wurden in den vergangenen Tagen Salben oder Cremes, deren Grundlage kosmetische Fertigprodukte waren. Die Kasse begründet die Rechnungskürzungen damit, dass solche Rezepturen laut EU-Verordnung als Kosmetika anzusehen und nicht zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erstattungsfähig seien. Auf Nachfrage erfahren die Apotheker allerdings, dass die Kasse Zweifel daran habe, dass bei der Herstellung die Vorgaben der ApBetrO eingehalten wurden.

Laut ApBetrO müssen Apotheker Ausgangsstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln und die hergestellten Rezepturen auf ihre Qualität prüfen. Liegt für die Ausgangsstoffe ein Prüfzertifikat vor, muss in der Apotheke mindestens die Identität festgestellt werden. Aus Sicht der TK wurden diese Vorschriften von einigen Apothekern nicht eingehalten.

Der DAV sieht das anders und will das Thema nun diskutieren: „Wir besprechen das demnächst und sind guter Hoffnung, dass wir eine Lösung finden“, so Dr. Rainer Bienfait, Vorsitzender des Berliner Apothekervereins und Mitglied des Geschäftsführenden DAV-Vorstands. Ziel sei es, im Rahmenvertrag mit dem Kassenverband vdek konkrete Regelungen zu verankern. Der DAV verhandelt derzeit mit den Ersatzkassen über Rezepturen mit Nicht-Arzneimitteln.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
NNF schüttet an Apotheken aus
75 Millionen für TI-Aufwendungen»
Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheime
Noch keine Kündigungen wegen Impfpflicht»
„Es ist schwierig, das Abwerben hinterher zu belegen“
Apotheker enttäuscht: Drei Angestellte abgeworben»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Report Mainz über Impfpassfälschungen
Apotheken im Fadenkreuz von Impfgegnern»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»