Retax retour: Kasse gelobt Besserung

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Berlin - Apotheker Wolfram Schmidt fühlte sich ungerecht behandelt, nachdem er wegen eines Formfehlers retaxiert worden war. Seinen Einspruch garnierte er deshalb mit einem offenen Brief an den Vorstand der Kasse und informierte parallel Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über den Vorgang. Auch wenn Letzterer sicher nicht aktiv geworden ist, hatte Schmidt mit seinem Einspruch Erfolg: Die Kasse hat nicht nur die Retax zurückgenommen, sondern gelobt in einer ausführlichen Stellungnahme auch noch Besserung.

Der Fall ist schnell erzählt. In Schmidts Mühlen-Apotheke im niedersächsischen Northeim wurde nicht die wirtschaftlichste Alternative des verordneten Arzneimittels abgegeben. Zwar war die Sonder-PZN für Akutversorgung auf dem Rezept vermerkt, dies aber nicht extra abgezeichnet. Dieser Formfehler veranlasste den Kassendienstleister Spectrum K hier im Auftrag der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) zu einer Nullretax.

Schmidt protestierte: „Das Sonderkennzeichen gibt eindeutig den Grund meines Handelns wieder. Das Rezept ist mit Abgabedatum und Abzeichnung versehen, insofern sollte die Abrechnung zulässig sein.“ Eine zusätzliche Datumangabe sei weder im Rahmenvertrag noch im maßgeblichen Arzneimittelliefervertrag vorgesehen.

Jetzt hat Spectrum K die frohe Botschaft im typischen Behördensprech überbracht: „Die Bearbeitung Ihres Einspruchs zu o.g. Rezept/en ist unter Berücksichtigung aller vorliegenden Unterlagen abgeschlossen. Wir können Ihnen nunmehr mitteilen, dass Ihren Einwänden stattgegeben wurde und damit Ihr Einspruch anerkannt ist.“

Dann sollte in dem nicht personalisierten Schreiben vermutlich die nächste Standard-Passage zur Einzelfallentscheidung ohne präjudizierende Wirkung folgen. Doch dazwischen kündigte der Kassendienstleister eine separate Stellungnahme der Kasse an. Man hoffe, Apotheker Schmidt „mit unserer Entscheidung entgegengekommen zu sein“ und verblieb mit freundlichen Grüßen.

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