Rabattverträge

Ramidipin: Apotheken in der Rabattfalle Nadine Tröbitscher, 13.11.2017 14:35 Uhr

Berlin - Lücken im Alphabet zählen zum Tagesgeschäft, besonders hart trifft es nun die Apotheken bei der Versorgung der Patienten mit Ramidipin 10/10 mg. Der Hersteller TAD hat für die Kombination aus Ramipril und Amlodipin mehrere Exklusivverträge – und kann die Packung mit 100 Hartkapseln bis zum nächsten Jahr nicht liefern. Apotheker können sich mit der Sonder-PZN und Faktor 2 nicht behelfen.

Rabattverträge für Ramidipin gibt es unter anderem mit der AOK Nordwest und der AOK Rheinland/Hamburg sowie zahlreichen BKKen, IKKen, der BIG Direkt und der SVLFG Hessen Rheinland-Pfalz Saarland. Für einige Kassen ist der Zuschlag exklusiv, darunter AOK und SVLFG.

Ein Apotheker aus Rheinland-Pfalz hatte eine Verordnung über Ramidipin 10/10 mg zu 100 Hartkapseln erhalten. Den bei der SVLFG versicherten Kunden konnte er nicht ohne Weiteres versorgen. Zwar dürfen Apotheker bei Nichtverfügbarkeit rabattbegünstigter Arzneimittel unter Verwendung der Sonder-PZN und Faktor 2 auf eines der drei preisgünstigsten Medikamente oder einen Import ausweichen. Jedoch dürfen diese nach §4 Absatz 4 Rahmenvertrag nicht teurer sein als das verordnete Präparat.

Genau hier liegt auch das Problem: Ramidipin ist etwa um die Hälfte günstiger als die Präparate, die für einen Austausch in Frage kämen. Hexal und UCB haben entsprechende Produkte für 67,93 Euro im Handel – TAD ruft einen Apothekenverkaufspreis (AVP) von 30,75 Euro auf.

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