NNF rechnet den Juni ab

pDL: 89 Apotheken bekommen 6922 Euro

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Berlin -

Seit Juni können Apotheken die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen anbieten. Das Angebot muss sich noch einspielen: Laut Mitteilung des für die Auszahlung zuständigen Nacht- und Notdienstfonds (NNF) haben 89 Apotheken im ersten Monat solche Leistungen erbracht. Für das damit schon abgeschlossene Quartal wurden insgesamt 6922,17 Euro ausgeschüttet. Allerdings könnte es bei der Abrechnung noch Nachzügler geben.

Verschiedene Patient:innen haben Anspruch auf zusätzliche Betreuungsangebote der Apotheke, fünf Gruppen an pDL wurden bislang mit entsprechender Vergütung definiert:

  • Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation (90 Euro netto)
  • Pharmazeutische Betreuung von Organtransplantierten (90 Euro plus 17,55 Euro für das Folgegespräch netto)
  • Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie (90 Euro plus 17,55 Euro für das Folgegespräch netto)
  • Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck (11,20 Euro netto)
  • Standardisierte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung und Üben der Inhalationstechnik (20 Euro netto)

Die Bilanz für den Juni 2022:

  • 97 Schulungen zur Nutzung eines Inhalators
  • 89 standardisierter Blutdruck-Checks bei Hypertonie-Patient:innen
  • 31 erweiterte Medikationsberatungen bei Patient;innenen mit Polymedikation
  • 1 pharmazeutische Betreuung bei oraler Anti-Tumortherapie

Die erbrachten Leistungen verteilen sich auf 89 Apotheken. Sie teilen sich damit die knapp 7000 Euro zusätzliches Honorar. Wegen der Anlaufphase konnten laut NNF noch nicht alle Dienstleistungen aus den zweiten Quartal an den NNF gemeldet werden. Diese werden den Apotheken dann zusammen mit den Dienstleistungen aus Q3 entgolten.

Insgesamt können die Apotheken jährlich pharmazeutische Dienstleistungen in Höhe von 150 Millionen Euro mit den Krankenkassen abrechnen. Um Apotheken mehr Sicherheit bei der Abrechnung der pharmazeutischen Dienstleistungen zu ermöglichen, wurden die aktuell fünf bestehenden Leistungen in verschiedene Prioritäten bezüglich der Reihenfolge bei der Abrechnung eingestuft. Und die Leitungen pro Apotheke sind gedeckelt.

Fast 78 Millionen Guthaben

Die Apotheken haben jetzt noch „Guthaben“: Insgesamt 77,85 Millionen Euro an Treuhandvermögen aus der ersten Jahreshälfte 2022 werden laut NNF in das Ausschüttungsvolumen des dritten Quartals übertragen.

Der NNF wurde 2013 gegründet, um die Abrechnung der Notdienstpauschale zu organisieren. Mittlerweile versteht sich die Tochtergesellschaft des DAV als „zentrale Abrechnungs- und Verwaltungsstelle von Apothekern für Apotheker“ – was bei den Apothekenrechenzentren mit einigem Argwohn beobachtet wird. So refinanziert der NNF auch die Telematikinfrastruktur (TI) für Apotheken.

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