Fiebersaft-Engpass: Kinderärzte schicken ins Ausland | APOTHEKE ADHOC
Situation weiter angespannt

Fiebersaft-Engpass: Kinderärzte schicken ins Ausland

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Berlin -

Der Engpass bei Fieber- und Schmerzsäften für Kinder hält weiter an. Apotheken müssen Eltern mitunter vertrösten, wenn diese Präparate mit Paracetamol- oder Ibuprofen benötigen. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisiert die unsichere Liefersituation. Manche Pädiater:innen gehen bereits soweit, die Eltern zum Einkaufen in ausländische Apotheken zu schicken.

Kinderarzt Dominik Ewald aus Bayern etwa rät den Eltern in einem Beitrag des Magazins „Quer“ im Bayerischen Rundfunk, bei einem Urlaub im Ausland an Arzneimittel für Kinder zu denken: „Decken sie sich gleich dort mit Ibuprofen-Saft ein, weil in Deutschland ist er aktuell knapp“, sagt er. Auch in Grenzregionen erhalten Inhaber:innen von Kinderärzt:innen die Rückmeldung, dass die Eltern darauf hingewiesen werden, bei einer Fahrt ins Ausland, nicht nur an die Tankfüllung, sondern auch an die Hausapotheke zu denken.

Keine zuverlässigen Lieferungen

„So weit ist es schon. Eltern müssen ins Nachbarland fahren, um die dringend benötigten Kinderarzneimittel kaufen zu können“, kritisiert eine Apothekerin. Tatsächlich erhalten Apotheken noch immer keine zuverlässigen Lieferungen an Schmerz- und Fiebersäften. Kommen ein paar Packungen in der Offizin an, werden die ersehnten Präparate mittlerweile mit „Gold“ verglichen.

Gleichzeitig versuchen viele Apotheken, der Nachfrage mit Rezepturanfertigungen zu begegnen. Doch vielerorts stapeln sich die Rezepte und angesichts des Personalmangels kommen die Betriebe nicht hinterher. „Rezepturanfertigungen sind möglich, werden aber nicht von allen Apotheken durchgeführt. Wir haben nicht den Eindruck, dass die Apotheken den Engpass durch diese Maßnahme entkräften könnten“, sagt ein BVKJ-Sprecher.

Angespannte Situation

Die Situation sei nach wie vor angespannt. „Man kann nie vorher sagen, wann es etwas gibt und wo und wann nicht.“ Eltern jedoch ins Ausland zu schicken, funktioniere ohnehin nur in Grenzregionen und auch nur bei Müttern und Vätern, die sich dies leisten könnten. Der Verband lehne dies allein deshalb schon ab. Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hieß es zuletzt Anfang Juli, dass man davon ausgehe, dass der Engpass bei Paracetamol-Säften voraussichtlich bis zum Herbst anhalten werde.

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