Massive Lagerverluste, extreme Aufzahlungen

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Deutlich häufiger könnte der Fall auftreten, dass Patienten wegen der Anpassung Zuzahlungen leisten müssen. Denn nur wenn der Preis 30 Prozent unter Festbetrag liegt, ist das jeweilige Produkt von der Selbstbeteiligung befreit. Laut Branchenverband Pro Generika liegen bei den Protonenpumpenhemmern derzeit 155 der insgesamt 1111 PZN unter der Zuzahlungsbefreiungsgrenze. Ab Juli sind es demnach nur noch 48 – das entspricht einem Marktanteil von 3,9 Prozent nach Verordnungen.

Zwar gibt es in vielen Rabattverträgen Klauseln, die eine Befreiung von der Zuzahlung vorsehen. Doch immer wieder gibt es Fälle, in denen Patienten zur Kasse gebeten werden, obwohl zuzahlungsbefreite Alternativen ohne Rabattvertrag existieren und die Kassen ohnehin viel mehr Geld mit ihrem Vertrag sparen. Cefuroxim ist so ein Beispiel: Für das Rabattarzneimittel der AOK Sachsen-Anhalt, Elobact von GlaxoSmithKline, fällt eine Zuzahlung an, für die Produkte von Mylan dura, Aristo und Basics nicht.

Der GKV-Spitzenverband wehrt sich gegen den Vorwurf, den Kassen auf Kosten der Versicherten bei Cent-Artikeln zu Euro-Einnahmen zu verhelfen. Man habe die gesetzliche Verpflichtung, unabhängig von den Verhandlungsergebnissen einzelner Kassen für ein angemessenes Preisgefüge zu sorgen, sagt eine Sprecherin. Außerdem seien die Festbeträge das ältere Sparinstrument und bei verschiedenen regulatorischen Prozessen nach wie vor von Belang.

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