Ersatzkassen: Exzesse beim „sogenannten Botendienst“

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Berlin - Der Verband der Ersatzkassen (vdek) beschwert sich über die Botendienst-Vergütung der Apotheken. Der Kostenfaktor für die Kassen sei enorm, heißt es im hauseigenen Magazin. Das liege auch daran, dass vereinzelt Apotheken die Hälfte aller Arzneimittel ausführen.

Um in der Corona-Pandemie die Kontakte in der Apotheke zu vermeiden und den Menschen eine sichere Versorgung zu Hause zu ermöglichen, hatte der Gesetzgeber mit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) eine Botendienst-Pauschale eingeführt. Der zunächst im April mit einer Verordnung befristete Betrag wurde im Oktober auf 2,50 Euro halbiert, dafür aber mit dem Gesetz verstetigt. Damit sollen Apotheken auch gegenüber dem Versandhandel gestärkt werden.

Der vdek kritisiert die Vergütung „für den sogenannten Botendienst zulasten der GKV“. Zulässig sei diese Art der Versorgung auch in der Vergangenheit gewesen, aber da hatten eben die Apotheken die Fahrten aus eigener Tasche bezahlt.

„Während es aus Infektionsschutzgründen als nachvollziehbar erscheint, mit dem Ziel einer Kontaktvermeidung den Patientinnen und Patienten Arzneimittel von der Apotheke nach Hause zu liefern, muss nun die Frage erlaubt sein, ob dieser dauerhafte Service von der Versichertengemeinschaft zu finanzieren ist“, schreibt der vdek. Die Abrechnung dieser Leistung sei zudem an keinerlei Bedingung geknüpft, also gerade nicht auf notwendige Fälle beschränkt.

Aus Sicht der Ersatzkassen werden mit der Vergütung zudem Versandapotheken ungerecht behandelt. Die würden die Zustellung schließlich kostenfrei erbringen. Damit würden die oft von der Apothekerschaft eingeforderten „gleich langen Spieße“ zwischen Offizin- und Versandapotheke gerade nicht hergestellt: „Arzneimittel kosten die GKV bei den Vor-Ort-Apotheken mehr als bei konkurrierenden Versandapotheken.“

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