Eigenmarken sind ein Trend im Handel, der sich manifestiert hat. Nicht nur in Supermärkten oder Drogerien nimmt Private Label an Fahrt auf – auch immer mehr Apotheken setzen auf eigene Freiwahl- und OTC-Produkte. Das spüren auch die Hersteller und bauen die Sortimente weiter aus.
Die Christophorus Apotheke aus Trostberg wirbt für die Eigenmarke, die „exklusiv“ angeboten wird. Aktuell ist es etwa ein Vitamin C und Zink-Präparat, das im Vordergrund steht. In der Marien-Apotheke in Siegsdorf wird als Magnesium-Präparat die Eigenmarke empfohlen – eine Strategie, die vom Team getragen werden muss, wie Marco Kunk, Vertriebsleiter bei Juta Pharma sagt.
Sinnvoll sei es, neben der Eigenmarke in der Sicht- und Freiwahl nur ein Markenprodukt zu präsentieren. Dadurch gewinne das eigene Private Label an Sichtbarkeit. „Bei der Eigenmarke steht nicht nur der günstigere Produktpreis, sondern vor allem das Marketing für die Apotheke im Vordergrund“, so Kunk. „Mit der eigenen Marke ist man aus der Vergleichbarkeit und dem Preiskampf raus.“ Die Kundschaft komme gerade wegen dieser Produkte zurück in die Apotheke.
Die Nachfrage von Inhaberinnen und Inhabern sei groß. „Ab einem Verbund von vier Apotheken oder etwa 10.000 Packungen macht es Sinn, eine Eigenmarke anzubieten.“ Die Mindestbestellmenge liegt bei 2500 Packungen. Juta Pharma, ein Tochterunternehmen des indischen Pharmaherstellers USV, versorgt Verbünde und Kooperationen sowie Großhändler mit Arzneimitteln. Ein Kunde ist etwa Noweda.
Die Genossenschaft mit Sitz in Essen verkaufte 2024 bereits rund 3,5 Millionen Packungen der Serie „Die Apotheke hilft“ an ihre Mitglieder. Seit 2019 gibt es Eigenmarken, das Interesse ist groß. Aktuell werden zehn Wirkstoff und 13 Produkte angeboten. „Von Schmerzmittel über Nasensprays bis hin zu Antiallergika und Magenschützer sind alle wichtigen Wirkstoffe dabei, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt“, sagt ein Sprecher. Das Wirkstoff-Sortiment wachse weiter. Im zweiten Quartal 2026 erscheine Bisacodyl 5 mg in der 100er Packung.
Die Nachfrage spürt auch der Generikahersteller Juta Pharma und will das Sortiment erweitern. Aktuell werde der Hauptumsatz mit Ibuprofen, Paracetamol und Naratriptan erzielt; im vergangenen Jahr waren es 2 Millionen Euro. „Für nächstes Jahr planen wir eine Verdoppelung“, sagt Kunk. Gelingen soll dies mit einer Sortimentserweiterung. Fünf neue Produkte seien geplant wie Erkältungsprodukte, Antihistaminika und Schmerzsalben.
Dabei setzt der Hersteller auf einen Mix aus richtigen Zulassungen und Standardzulassungen. Spannend seien Schnelldreher wie etwa auch Minoxidil. Zudem stehen die Lieferketten auf dem Prüfstand. „Wir wollen die Problematik von beispielsweise gestörten Transportwegen umgehen und prüfen die Herstellung innerhalb Europas.“