Wegen Corona: Lockerungen und Vergütungen – Ein Überblick

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Berlin - Seit der Corona-Krise gibt es für Apotheken und Arztpraxen vorübergehende Änderungen bei der Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln. Um unnötige Kontakte zu vermeiden, haben die Krankenkassen die Rabattverträge gelockert. Klinikärzte dürfen Entlassrezepte ausstellen, die den Bedarf für 14 statt der bisher festgelegten 7 Tage decken. Um den erhöhten postalischen Aufwand zu entschädigen, können Ärzte Portokosten abrechnen. Auch bei der Verordnung von einzelnen Wirkstoffen sowie bei den Öffnungszeiten gibt es Änderungen. Dieser Apo-Tipp liefert eine Übersicht über den aktuellen Stand.

Rabattverträge gelockert

Kein Kunde soll noch einmal in die Apotheke kommen, weil sein Rabattarzneimittel nicht vorrätig ist. Apotheker können daher auch ein nicht-rabattiertes Arzneimittel abgeben. Möglich ist die Abweichung vom Rabattvertrag unter folgender Bedingung: „Dies gilt dann, wenn das rabattierte Medikament in der Apotheke, die der Patient aufsucht, nicht mehr vorrätig ist.“ Die Regelung ist zunächst bis zum 30. April befristet. Auf dem Rezept müssen die Sonder-PZN 02567024 sowie der zugehörige Faktor 5 (Verstoß gegen Rabattvertrag) beziehungsweise Faktor 6 (Verstoß gegen Rabattvertrag und Preisgünstigkeit) ergänzt werden. Eine handschriftliche Begründung wie „Covid“ sollte ebenfalls aufgebracht und abgezeichnet werden.

Grundsätzlich gilt:
Wird ein Rezept während der Sars-CoV-2-Pandemie eingelöst, ist in der Apotheke das rabattierte Arzneimittel abzugeben, sofern es vorrätig ist. Ansonsten kann auf das preisgünstigste vorrätige Arzneimittel ausgewichen werden.

Sonderfall AOK:Die AOK Nordost übernimmt im Ausnahmefall auch mögliche Mehrkosten. Die Ausnahmeregelung ist ebenfalls bis zum 30. April gültig. Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der verordneten Dosierung vorrätig, kann ein Arzneimittel in abweichender Wirkstärke abgegeben werden. Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der verordneten Darreichungsform vorrätig, kann nach pharmazeutischem Ermessen eine andere geeignete Darreichungsform geliefert werden. Wenn kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der verordneten Menge vorrätig ist, kann die Belieferung der Verordnung durch ein Arzneimittel in einer abweichenden Menge erfolgen (bei Überschreiten der Packungsgröße ist vor der Abgabe mit dem Arzt Rücksprache zu halten).

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