Nasale Glucocorticoide

OTC-Mometason ist Kassenleistung APOTHEKE ADHOC, 14.11.2018 14:40 Uhr

Berlin - Die nasalen Glucocorticoide Mometason, Beclometason und Fluticason sind seit mehreren Jahren rezeptfrei erhältlich. Ein Segen für die Betroffenen. Doch mit der Entlassung aus der Verschreibungspflicht hat sich auch die Erstattungsfähigkeit geändert und Betroffene wurden zum Selbstzahler. OTC-Präparate sind von der Versorgung nach § 31 Sozialgesetzbuch (SGB V) ausgeschlossen. Es sei denn, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) passt die Anlage I der Arzneimittelrichtlinie (AM-RL) an.

Der G-BA legt fest, welche nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten und vom Arzt ausnahmsweise zu Lasten der Kassen verordnet werden können. Grundsätzlich werden rezeptfreie Arzneimittel nur bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr oder für Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr von den Kassen erstattet.

Die Anlage I der AM-RL listet die vom G-BA beschlossenen Ausnahmen. Aufgeführt sind beispielsweise Antihistaminika „nur in Notfallsets zur Behandlung bei Bienen-, Wespen-, Hornissengift-Allergien, nur zur Behandlung schwerer, rezidivierender Urticarien, nur bei schwerwiegendem, anhaltendem Pruritus, nur zur Behandlung bei schwerwiegender allergischer Rhinitis, bei der eine topische nasale Behandlung mit Glucocorticoiden nicht ausreichend ist“. Der G-BA hat auch hier eine Änderung beschlossen. Das Wort „schwerwiegender“ wird durch das Wort „persistierender“ ersetzt. Außerdem werden nach dem Wort „Rhinitis“ die Wörter „mit schwerwiegender Symptomatik“ eingefügt.

Für die nasalen Glucocorticoide wird die Nummer 21 wie folgt neu formuliert: „Glucocorticoide, topisch nasal nur zur Behandlung bei persistierender allergischer Rhinitis mit schwerwiegender Symptomatik“. Entsprechend werden die Kosten von den Kassen bedingt übernommen, wenn ein Non-Rx-Arzneimittel verordnet ist. Eine Diagnose muss der Mediziner jedoch nicht auf der Verordnung angeben. In diesem Fall besteht für die Apotheke auch keine Prüfpflicht. Anders sieht es aus, wenn der Arzt eine Diagnose auf dem Rezept dokumentiert, dann muss die Apotheke prüfen ob Diagnose und OTC-Ausnahmeliste übereinstimmen. Passen die Vorgaben nicht, darf auch nicht zu Lasten der Kasse abgerechnet werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Weiteres
Markt

Versandapotheken

Rekordverlust bei Zur Rose»

Obstipation

Bekunis bringt Flohsamenschalen»

Digitalkonferenz

Freude über VISION.A Awards: Das sind die Gewinner»
Politik

Berlin

Kammerwahl: Keine Mehrheit für Belgardt»

Apothekenreform

DAV: Wasserdicht nachbessern»

VISION.A 2019

Mayer-Schönberger: „Der Durchschnittspatient ist tot“»
Internationales

Erfolg mit E-Rezept

Tschechien: Ministerium will Rx-Versand zulassen»

USA

Apothekenkette Shopko ist am Ende»

USA

Apothekenkette: Kahlschlag bei Rite Aid»
Pharmazie

FDA-Zulassung

Brexanalon gegen Wochenbettdepression»

Antirheumatika

Blutgerinnsel in der Lunge: Empfehlung für Xeljanz»

Medizinalhanf

Farmako will 50 Tonnen Cannabis importieren»
Panorama

Gallery of Inspiration

Ein Herz im 3D-Druck»

Digitalkonferenz

So erleben Pharmaziestudenten die VISION.A»

In Münster haben sie eines ergattert

Apothekerin im Ü-Ei»
Apothekenpraxis

Wie geht das mit den Influencern?

Du sollst keine Liebe kaufen!»

Spannender Arbeitstag

PTA überführt BtM-Rezeptfälscher»

Fehlende Versichertennummer

AOK retaxiert – und hilft Apotheke»
PTA Live

Zahngesundheit

Zahncreme mit „Hallo-Wach-Kick“»

Ausbildung in Tschechien und Bosnien

Hürden bei der PTA-Anerkennung: Bayerisch und Galenik»

PTA-Schule München

Premiere: Klassenraum wird Sterillabor»
Erkältungs-Tipps

Kleine Pflanzenkunde: Kampferbaum

Wissenswertes über Campher»

Hausmittel

Propolis: Heilmittel aus dem Bienenstock»

Die Erkältungsknolle

5 Tipps für den Einsatz von Ingwer»