OTC-Mometason ist Kassenleistung

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Berlin -

Die nasalen Glucocorticoide Mometason, Beclometason und Fluticason sind seit mehreren Jahren rezeptfrei erhältlich. Ein Segen für die Betroffenen. Doch mit der Entlassung aus der Verschreibungspflicht hat sich auch die Erstattungsfähigkeit geändert und Betroffene wurden zum Selbstzahler. OTC-Präparate sind von der Versorgung nach § 31 Sozialgesetzbuch (SGB V) ausgeschlossen. Es sei denn, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) passt die Anlage I der Arzneimittelrichtlinie (AM-RL) an.

Der G-BA legt fest, welche nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten und vom Arzt ausnahmsweise zu Lasten der Kassen verordnet werden können. Grundsätzlich werden rezeptfreie Arzneimittel nur bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr oder für Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr von den Kassen erstattet.

Die Anlage I der AM-RL listet die vom G-BA beschlossenen Ausnahmen. Aufgeführt sind beispielsweise Antihistaminika „nur in Notfallsets zur Behandlung bei Bienen-, Wespen-, Hornissengift-Allergien, nur zur Behandlung schwerer, rezidivierender Urticarien, nur bei schwerwiegendem, anhaltendem Pruritus, nur zur Behandlung bei schwerwiegender allergischer Rhinitis, bei der eine topische nasale Behandlung mit Glucocorticoiden nicht ausreichend ist“. Der G-BA hat auch hier eine Änderung beschlossen. Das Wort „schwerwiegender“ wird durch das Wort „persistierender“ ersetzt. Außerdem werden nach dem Wort „Rhinitis“ die Wörter „mit schwerwiegender Symptomatik“ eingefügt.

Für die nasalen Glucocorticoide wird die Nummer 21 wie folgt neu formuliert: „Glucocorticoide, topisch nasal nur zur Behandlung bei persistierender allergischer Rhinitis mit schwerwiegender Symptomatik“. Entsprechend werden die Kosten von den Kassen bedingt übernommen, wenn ein Non-Rx-Arzneimittel verordnet ist. Eine Diagnose muss der Mediziner jedoch nicht auf der Verordnung angeben. In diesem Fall besteht für die Apotheke auch keine Prüfpflicht. Anders sieht es aus, wenn der Arzt eine Diagnose auf dem Rezept dokumentiert, dann muss die Apotheke prüfen ob Diagnose und OTC-Ausnahmeliste übereinstimmen. Passen die Vorgaben nicht, darf auch nicht zu Lasten der Kasse abgerechnet werden.

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