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Reckitt: Milliardenstrafe wegen Suboxone Tobias Lau, 11.07.2019 12:51 Uhr

Berlin - Reckitt Benckiser (RB) zahlt 1,4 Milliarden US-Dollar (1,24 Milliarden Euro), um einen Streit mit US-Behörden wegen verbotener Marketingmethoden für sein Kombinationspräparat „Suboxone Film“ (Buprenorphin/Naloxon) beizulegen. Durch die Zahlung sollen Ermittlungen der des US-Justizministeriums und der Handelsbehörde FTC beendet werden, teilte der britische Konzern am Donnerstag mit.

Laut den US-Behörden soll die Pharmasparte Indivior das Mittel gegen Opioid-Abhängigkeit mit irreführenden Gesundheitsaussagen vermarktet und staatliche Gesundheitsprogramme durch unwahrheitsgemäße Vermarktung um Milliarden betrogen zu haben. Der Konzern habe ein Programm entwickelt, um Medicaid, Medicare und andere Programme davon zu überzeugen, dass Suboxone im Vergleich zu günstigeren generischen Versionen des Präparats ein sehr viel geringeres Abhängigkeitspotential habe – und sei dabei seit 2007 äußerst erfolgreich gewesen.

Im April war nach langen Ermittlungen Klage gegen RB eingereicht worden. „Die Anklageschrift wirft Indivior vor, das Mittel gegen Opioid-Abhängigkeit nicht verantwortungsvoll vermarktet zu haben, sondern es unter Missachtung der Wahrheit über seine Sicherheit und entgegen besseren Wissen über seine Missbrauchsrisiken beworben zu haben“, so ein Staatsanwalt im US-Bundesstaat Virginia bei Klageerhebung.

Als nach Ende des Patentschutzes die ersten Generika auf den Markt kamen, hatte RB eine neue Darreichungsform entwickelt: Statt einer Tablette kommt „Suboxone Film“ in Form eines löslichen Films, den sich die Patienten unter die Zunge legen. Die neue Darreichungsform senke sowohl das Abhängigkeitspotential des Mittels als auch das Missbrauchsrisiko. Das stellte sich laut Anklage als unwahr heraus. Demnach wusste RB davon, dass die neue Darreichungsform in Wirklichkeit potentiell gefährlicher ist sowie ein höheres Abhängigkeits- und Missbrauchspotential hat. Außerdem soll RB der Staatsanwaltschaft zufolge ein Programm entwickelt haben, um Patienten Ärzten zuzuschleusen, die besonders häufig Suboxone verschreiben. Die Anklage verlangte eine Strafzahlung von mindestens drei Milliarden Dollar (2,66 Milliarden Euro).

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