Generikakonzerne

Teva/Ratiopharm: Warren Buffett legt nach APOTHEKE ADHOC/ dpa, 16.05.2018 17:15 Uhr

Berlin - Investorenlegende Warren Buffett hat sein Engagement bei deutschen Arzneimittelherstellern hochgefahren: Wie seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway am Mittwoch mitteilte, hat sie ihre Anteile an der Ratiopharm-Mutter Teva verdoppelt – und wettet darauf, dass Bayers Monsanto-Übernahme erfolgreich über die Bühne geht.

Im Februar war bekannt geworden, dass Buffet mit 360 Millionen Dollar bei dem Generikariesen eingestiegen ist. Nach einer Umschichtung des Berkshire-Hathaway-Portfolios hat er diese Anteile nun auf 693 Millionen Dollar fast verdoppelt. Er hält nun 40 Millionen Aktien und besitzt damit laut dem israelischen Wirtschaftsmagazin Globes 3,45 Prozent von Teva.

An der Börse in Tel Aviv wurden die Nachrichten mit Begeisterung aufgenommen. Der Kurs der Teva-Aktien legte am Mittwoch um mehr als drei Prozent zu. Das könnte sich trotzdem noch als wenig nachhaltig herausstellen: Nach der Bekanntgabe des Einstiegs im Februar waren die Kurse um acht Prozent nach oben geschossen, wenig später aber wieder abgesackt, weil Buffett durchblicken ließ, dass er die Entscheidung nicht selbst getroffen hatte. Es seien Manager seines Fonds gewesen – und wie sie auf Teva kamen, wisse er selbst nicht, so Globes.

Die Entscheidung hatte viele überrascht, denn der größte israelische Konzern steckt in einer existentiellen Krise. Als Ursache für die katastrophale Unternehmenssituation gilt jedoch die enorme Schuldenlast von 35 Milliarden Dollar, die durch die Actavis-Übernahme zustande kam. 2016 hatte Teva die Generikasparte des US-Riesen Allergan für 40 Milliarden Dollar gekauft, obwohl Analysten schon vor einer Verschärfung des Preiskampfes in den USA warnten. Hinzu kommen Einbußen bei wichtigen Produkten. So hatte der wichtigste Umsatzbringer des Konzerns, das Multiple-Sklerose-Mittel Copaxone (Glatirameracetat), massive Umsatzrückgänge zu verkraften, seit sein Patentschutz ausgelaufen ist.

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