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Apothekerin verklagt Real auf 300.000 Euro APOTHEKE ADHOC, 11.12.2017 15:08 Uhr

Berlin - Vor einem Jahr machte der Real-Markt im Süden Münchens dicht. Vom plötzlichen Ende des Einkaufszentrums waren mehrere Geschäftsleute betroffen, darunter Apothekerin Margitte Gramer. Sie hat Real inzwischen auf Schadenersatz verklagt. Durch die erzwungene Schließung der Apotheke sei ihr ein Schaden von mehr als 300.000 Euro entstanden.

Es kam überraschend: Im Oktober vergangenen Jahres erhielt Gramer wie aus heiterem Himmel die außerordentliche Kündigung. „Sie kam per Fax“, sagt sie. „Mein Lager war gerade für den Winter gefüllt worden.“ Nur wenige Monate zuvor, im Sommer 2016, hat die 68-Jährige ihren Mietvertrag um zehn weitere Jahre bis 2026 verlängert. „Ich hätte wahrscheinlich nicht die ganzen zehn Jahre weitergemacht“, räumt sie ein. „Aber ein paar Jahre wären noch durchaus drin.“

Innerhalb von rund sechs Wochen musste die Apotheke aufgelöst werden. „Eigentlich habe ich gehofft, das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen“, berichtet Gramer. „Das hat aber keinen interessiert. Wir mussten aber bereits am 17. Dezember raus.“ Alles, was bis dahin nicht verkauft wurde, hat die Apothekerin an ihren Großhändler zurückgeben müssen. Mit hohen Einbußen, wie sie sagt. Durch die erzwungene Schließung ihrer Apotheke sei ihr insgesamt ein Schaden von mehr als 300.000 Euro entstanden. Gramer hat Real deshalb auf Schadenersatz verklagt.

Nun fand der Prozess vor der dritten Handelskammer des Landesgerichts München statt. In einer Stellungnahme erklärte Real, dass die Schließung zum Jahresende 2016 alternativlos gewesen sei: Im Zuge von Sanierungsarbeiten habe sich nach und nach herausgestellt, dass die Immobilie ihre Standfestigkeit eingebüßt hatte. Gemäß eines vom Unternehmen in Auftrag gegebenen Sachverständigengutachtens soll es bereits unmittelbar nach der Schließung „um Gefahr für Leib und Leben“ gegangen se

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