Meerane

Obi: Apotheker verzweifelt gesucht APOTHEKE ADHOC, 01.01.2017 08:23 Uhr

Berlin - Wer eine Apotheke an einem neuen Standort eröffnet oder übernimmt, sollte sich die Nachbarschaft vorher genau ansehen. So auch im Fall einer an den Baumarkt Obi angeschlossenen Offizin im sächsischen Meerane. Obwohl die Vermietungsgesellschaft die Lage in höchsten Tönen anpreist, ist die Apotheke seit Jahren geschlossen. Warum nur?

Auf den ersten Blick scheint die Lage sehr günstig zu sein: Inmitten des A4-Centers, einem Gewerbegebiet an der A4-Ausfahrt Meerane, angeschlossen an einen Obi-Baumarkt, ist eine Apotheke zu vermieten. Drum herum sind große Namen zu finden: Media Markt, dm, Deichmann, Aldi, Kress, Intersport, ein Gartenmarkt, Kaufland und diverse weitere Dienstleister und Händler.

„Durch seine hervorragende Verkehrsanbindung an die A4 und die B93 bietet das A4-Center optimale Standortbedingungen, eine sehr gute Erreichbarkeit und lädt förmlich zum Einkaufsbummel ein“, wirbt die Verwaltungsgesellschaft in einem Schreiben an Apotheker, die die Fläche anmieten sollen. Das Einkaufszentrum liege zudem direkt neben dem Wohngebiet von Meerane. Perfekte Bedingungen also für eine Apotheke, möchte man meinen.

Und doch ist die Apotheke im Obi-Markt bereits seit 2011 geschlossen. Die offizielle Begründung: Apothekerin Beatrice Kentsch, die die Offizin als Filiale ihrer Ahorn-Apotheke betrieben hat, fand keinen Apotheker für die Leitung der Zweigniederlassung und musste schließen. Kentsch zahlt seit Jahren die Miete weiter, obwohl sie keinen Cent in der Baumarkt-Apotheke verdient. Der Mietvertrag will die Verwaltungsgesellschaft nur dann vorzeitig beenden, wenn ein Nachfolger gefunden wird.
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