Apothekenschließung

Investmentfonds vertreibt Apothekerin APOTHEKE ADHOC, 11.01.2018 13:24 Uhr

Berlin - Das Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich, das geteilte Berlin – die Systeme wechselten, Wissmann’s Apotheke blieb. Bis ein italienischer Investmentfonds das Haus, in dem sich die Apotheke befand, kaufte. Die Investoren haben Apothekerin Carola Minarek eine Vertragsverlängerung von nur einem Jahr angeboten, und das auch noch verbunden mit einer saftigen Mieterhöhung. Die 67-Jährige verzichtete und schloss die Apotheke.

Seit dem 23. Dezember ist die Wissmann’s Apotheke, die auf eine 127-jährige Geschichte zurückblicken kann, selbst Geschichte. Wie das Portal MoabitOnline berichtet, wurde Minarek gekündigt, nachdem ein italienischer Investmentfonds das Eckhaus, das die Apotheke und Mietwohnungen beherbergt, gekauft hatte. 36 Jahre hat Minarek die Apotheke geführt, trotzdem sei ihr nur eine Vertragsverlängerung von nur einem Jahr angeboten worden. Zudem sollen die Investoren eine deutlich höhere Miete verlangt haben, die für die Apothekerin offenbar nicht zu stemmen war.

„Nach monatelanger Verhandlung wurde mir ein Jahr Vertragsverlängerung angeboten“, berichtete Minarek, die trotz ihres Alters noch nicht an die Geschäftsaufgabe dachte. „Aber ein ganzes Jahr langsam sterben, das wollte ich doch lieber nicht.“ Eigentlich hatte sie geplant, ihre Apotheke irgendwann einmal zu verkaufen. Doch das war mit einem Einjahresmietvertrag vollkommen unrealistisch.

Bei dem Abschiedsfest sollen viele Kunden den Niedergang des Kiezes beklagt haben. Und auch Minarek sieht dem Bericht zufolge die Politik in der Pflicht, die „Zerstörung der kleinen Kieze“ zu stoppen. Neben der Wissmann’s Apotheke seien bereits drei weitere benachbarte Läden der Gentrifizierung erlegen: ein Eisladen, ein Späti und eine Galer

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