Arzneimittelskandal

Lunapharm verliert Großhandelslizenz APOTHEKE ADHOC, 07.02.2019 15:29 Uhr

Berlin - Nun ist es offiziell: Nach der Herstellerlizenz hat das Land Brandenburg auch Lunapharms Großhandelserlaubnis widerrufen. „Damit wurde dem Unternehmen mit Sitz in Blankenfelde-Mahlow nun auch jeglicher Handel mit Arzneimitteln auf Dauer untersagt“, so eine Sprecherin des Landesamts für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) auf Anfrage.

Im Geschäft ist Lunapharm schon seit Juli nicht mehr. Die Großhandelslizenz hatte aber bis zum 6. Februar nur geruht. Jetzt wurde sie offiziell widerrufen. Mit der Herstellerlizenz war das bereits am 15. Januar geschehen. Davon betroffen war jedoch nur der Import, da das Umverpacken rechtlich als Herstellung gilt. Im Bescheid zum Widerruf der Herstellungslizenz hatte das LAVG bereits eine Prognose zum Paralleimporteur abgegeben, die die jetzige Entscheidung erwarten ließ. „Alle (…) Umstände lassen im Rahmen einer Prognose darauf schließen, dass die Lunapharm Deutschland GmbH und Sie als deren Geschäftsführerin ihre Tätigkeiten auch zukünftig nicht in Übereinstimmung mit dem geltenden Arzneimittelrecht ausüben werden“, hieß es da.

Unterdessen weist Geschäftsführerin Susanne Krautz-Zeitel jegliche Schuld von sich und erhebt schwere Vorwürfe gegen Medien und Behörden. In einem Interview, das die von ihr beauftragte PR-Agentur Cato von PR-Profi Professor Dr. Klaus Kocks verbreitet hat, äußert sie sich ausführlich zu den Vorwürfen und deren Folgen.

Sie sehe sich als Opfer von „haltlosen Unterstellungen“, die ihr Unternehmen in den Ruin getrieben haben. Ihr seien bis heute „keinerlei Beweise bekannt, keinerlei Fakten, welche die ganze Horror-Geschichte bestätigen würden“, so die studierte Pharmazeutin. Stattdessen handele es sich bei der Berichterstattung über Lunapharm um „inszenierte Diffamierung“. Diese habe dazu geführt, „dass man das Unternehmen als tot bezeichnen muss, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen“.

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