Arzneimittelskandal

Lunapharm darf weiter nicht importieren Tobias Lau, 15.01.2019 12:56 Uhr

Berlin - Lunapharm darf auch in Zukunft keine Arzneimittel mehr herstellen oder in den Verkehr bringen. Das Land Brandenburg hat heute die Herstellungserlaubnis des skandalträchtigen Parallelimporteurs widerrufen. Das teilt das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) auf Anfrage mit. Die Großhandelserlaubnis ist davon unberührt.

Das heißt aber noch nicht, dass das Unternehmen aus Blankenfelde-Mahlow künftig als Großhändler aktiv sein kann. Am 6. August ordnete das LAVG das Ruhen der Großhandelserlaubnis an, die Anordnung gilt noch bis 6. Februar. Auskünfte, ob sie danach verlängert oder aufgehoben wird oder ob die Großhandelslizenz ebenfalls widerrufen wird, gibt das LAVG noch nicht. Vom Widerruf der Herstellungserlaubnis ist nur der Import betroffen, da das Umverpacken rechtlich als Herstellung gilt.

Dem LAVG zufolge ist auch in Zukunft nicht davon auszugehen, dass sich Lunapharm an die Regeln des Arzneimittelrechts hält. Im Bescheid zum Widerruf der Herstellungserlaubnis, das dem RBB-Magazin Kontraste exklusiv vorliegt, heißt es zur Begründung an Lunapharm-Chefin Susanne Krautz-Zeitel gerichtet: „Alle (…) Umstände lassen im Rahmen einer Prognose darauf schließen, dass die Lunapharm Deutschland GmbH und Sie als deren Geschäftsführerin ihre Tätigkeiten auch zukünftig nicht in Übereinstimmung mit dem geltenden Arzneimittelrecht ausüben werden.“ Kontraste hatte den Skandal im Juli 2018 aufgedeckt.

Lunapharm habe „in Kenntnis der Rechtswidrigkeit zahlreiche Arzneimittel von einer griechischen Apotheke bezogen, die zur Lieferung nicht befugt war“. Insbesondere auf den Import von Herceptin aus Italien geht der Bescheid ein. Das habe Lunapharm vertrieben, obwohl „alle europäischen Großhändler seit 2014 wüssten oder wissen müssen, dass es auf legalem Weg – nach wie vor – nicht möglich sei, Herceptin aus Italien zu beziehen.“

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