Aus nach 400 Jahren

Einkaufstempel vertreibt historische Apotheke Hagen Schulz, 15.07.2019 08:58 Uhr

Berlin - Seit 1615 gibt es die Karls-Apotheke am Aachener Markt. Im August ist Schluss. Weil in der Nähe ein Einkaufszentrum eröffnete, war der Betrieb für die Inhaberin Gabriele Neumann nicht mehr rentabel. Der Verkauf an einen Nachfolger scheiterte an den strengen Auflagen der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). Somit geht in Aachen nach 400 Jahren ein Stück Apothekengeschichte zu Ende.

Der Anfang vom Ende für die Karls-Apotheke kam mit der Eröffnung des Aquis Plaza im Herbst. Das rund einen Kilometer entfernte Einkaufszentrum beherbergt neben rund 130 Geschäften auch die neue Acnos Apotheke und veränderte die Kundenströme in der Aachener Innenstadt massiv: „Ich habe mittlerweile 20 Prozent weniger Kunden als vor der Eröffnung des Centers“, klagt Neumann. Der Umsatz brach ein, die Karls-Apotheke sei nun nicht mehr gewinnbringend zu betreiben.

Einen Nachfolger für die Traditionsapotheke wird es nicht geben. „Für einen Verkauf hätte es laut der Apothekenbetriebsordnung einen kompletten Umbau der Räumlichkeiten gebraucht. Labor, Brandschutz, alles hätte erneuert werden müssen“, erklärt Neumann. Das hätte sich einfach nicht mehr gelohnt. Hier machen sich die Nachteile des historischen Ambientes bemerkbar.

Dass das neue Einkaufszentrum keine positiven Folgen für ihr Geschäft haben würde, ahnte die Apothekerin schon vor dessen Eröffnung. Als aktives Mitglied der IG Altstadt sprach sie mit den Stadtoberen und warnte vor dem Einfluss des Aquis Plaza auf den Einzelhandel. Hilfe von der Stadt sei jedoch nicht gekommen. Die Folge: Viele Geschäfte in der Innenstadt mussten schließen, alleine drei Apotheken gaben dieses Jahr ihren Betrieb auf.

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