Landapotheken

„Die sächsischen Apotheker dürfen die Sozialministerin auf ihrer Seite wissen“ APOTHEKE ADHOC, 18.05.2019 09:43 Uhr

Berlin - Kein Personal, keine Nachfolger, kein Internet – keine Perspektive? Landapotheker haben es in manchen Belangen schwerer als ihre Kollegen in den Großstädten. Apothekerin Ulrike Finger aus dem sächsischen Elstra kann davon ein Lied singen. Diese Woche hatte sie die Möglichkeit, ihre Sorgen der Landespolitik zu erklären: Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) besuchte ihre Marien-Apotheke, weil sie die Aufmerksamkeit gezielt auf die ländlichen Regionen lenken will.

„Die Situation ist prekär“, erklärte Finger der CDU-Politikerin und meint das ganz große Problem in ihrer Region, den Fachkräftemangel. „Ich konnte das ganz konkret machen, weil ich in den letzten Jahren immer wieder Stellenausschreibungen formulieren musste. Man hat ja gar nicht mehr die Möglichkeit, zwischen Bewerbern auszuwählen.“ Statt auf Besserung zu hoffen, dominiert dabei die Sorge vor einer anstehenden Verschlimmerung, denn die Zeit rückt immer näher, in der die letzten Pharmazieingenieure in Rente gehen. Sie selbst habe auch zwei von ihnen und beide sind über 50. „Es ist sehr gut, dass wir dieses Personal haben, das teilweise vertretungsberechtigt ist. Ohne die könnten wir das hier nicht stemmen“, wertschätzt Finger die Kollegen. „Aber es ist leider ein aussterbender Berufsstand.“

Deshalb müsse man sich auch dafür einsetzen, mehr Pharmaziestudienplätze zu schaffen, da sei die Situation in Sachsen nämlich bisher überschaubar. Einen Masterplan habe sie auch nicht, aber sie denke gelegentlich an ihre eigene Ausbildung zurück: „Ich habe 1989 mein Pharmaziestudium beendet, danach gab es eine dreijährige Verpflichtung“, erzählt sie. „Da haben wir kurz vor Ende des Studiums unseren Lenkungsort erfahren. Dann wurde manchmal erst die Karte rausgeholt und nachgeschaut, wo das überhaupt ist. Da sind bei manchen auch Tränen geflossen.“ Das sei natürlich heute keine Option mehr. „Die Freiheit der Menschen ist eines der höchsten Güter, die es gibt“, betont sie, „aber ich bin ehrlich gesagt auch nicht daran gestorben.“

Eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Arbeit auf dem Land hingegen, wie es sie beispielsweise seit kurzem bei Medizin-Studenten in Nordrhein-Westfalen gibt, kann sich die sächsische Ministerin nach eigenem Bekunden auch bei Apothekern vorstellen. „Diese Angebote müssen wir auf junge Pharmazeuten ausweiten und mit den Kommunen weiterentwickeln“, zitiert sie die Sächsische Zeitung. Doch noch wichtiger, so rekapituliert Finger den Politikerbesuch, sei der Ministerin eine strukturelle Förderung ländlicher Regionen.

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