Verdauungsbeschwerden

Ernährungstipps bei zu weichem Stuhlgang Eva Bahn, 25.06.2019 15:35 Uhr

Wer mit dem Arzt die Ursache eruiert hat, kann – wenn sie sich medikamentös nicht befriedigend einstellen lässt – versuchen, über die passende Ernährung nachzuhelfen. Zum einen ist da bei einem Reizdarmsyndrom die FODMAP-Diät zu nennen, die vor allem für die Chroniker sinnvoll ist, die ständig unter einer zu dünnen Stuhlkonsistenz leiden. Wer nur intervallweise Probleme hat, kann sich oft mit geriebenem Apfel weiterhelfen. Das enthaltene Pektin dickt den Stuhlgang wirkungsvoll ein. Auch Reis oder Kartoffeln sind hier neben Bananen und Heidelbeeren hilfreich. Die Beeren können entweder getrocknet gegessen oder als Tee mit bis zu sechs Tassen am Tag getrunken werden.

Die Heilwirkung bei Durchfall liegt in den enthaltenen Gerbstoffen, die unter anderem adstringierend auf die Darmschleimhaut wirken. Das bedeutet, dass die oberen Schichten der Schleimhaut zu einer zusammenhängenden Membran ausgefällt werden. Auch eventuell vorhandene Bakterien werden auf diese Weise abgetötet. Gerbstoffe wirken daher wundheilungsfördernd und entzündungswidrig. Die antidiarrhoische Wirkung kommt vor allem durch die mechanische Verfestigung des Darminhaltes zustande. Hier werden unverdauliche Tannineiweiße durch die Gerbstoffe ausgefällt. Geeignete Teesorten sind Salbeiblätter, Tormentillwurzel, Gänsefingerkraut, Frauenmantel und Brombeerblätter. Cave: Zu viel eingenommene Gerbstoffe erreichen das Gegenteil der gewünschten Wirkung, sie reizen dann die Darmschleimhaut und können dadurch zu vermehrtem Durchfall führen.

Ein Verzicht auf Milch- und Milchprodukte, scharfe Speisen, frittiertes Essen, Alkohol und Kaffee verlangsamt die Darmperistaltik und unterstützt damit das Eindicken des Nahrungsbreis. Durch die Einnahme von Lein- oder Flohsamen verfolgt man ein ähnliches Prinzip: Die enthaltenen Schleimstoffe quellen durch das im Stuhl enthaltene Wasser und dicken dadurch die Masse ein. Beide Samenarten sollten allerdings nicht zusammen mit Medikamenten eingenommen werden, denn deren Wirkung kann durch das entstehende Gel beeinträchtigt werden. Die Wirkstoffe werden dann nur noch verzögert oder sogar unvollständig aufgenommen.

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